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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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man in der Fachliteratur dem Gebrauch des Wortes Einband imSinne vonäußerer Hülle". Für den Buchbinder besteht der Ein-band aus Buchblock und Decke. Beiden Teilen einzeln und ihrerVerbindung gilt in gleicher Weise seine Tätigkeit; auf beide Teileist auch bei der Betrachtung historischer Einbände zu achten. Des-halb soll auch im Folgenden der Einband in diesem umfassendenSinne verstanden werden. Das Wissen um den Einband in dieserweiten Bedeutung, das Binden des Buches und das gebundeneBuch, fassen wir zusammen alsEinbandkunde".Was Einbandkunde ist, hat noch kein Lehrbuch definiert. Vielleichtist das Wort noch gar nicht als zusammenfassende Bezeichnung füralle, die Geschichte und die Technik des Bucheinbandes betreffen-den Fragen gebraucht worden. Und dies wiederum erklärt sich ausdem Mangel an Darstellungen, die das ganze Gebiet des Einband-wesens in sich begreifen. Es ist deshalb, nachdem der Begriff derEinbandkunde schon kurz erläutert ist, für den Aufbau des Fol-genden erforderlich, eine klare Formulierung des Inhalts diesesWissensbezirkes zu finden.

Einbandkunde ist die Summe der Kenntnisse, die da%u befähigen, einenBucheinband in technischer, historischer und ästhetischer Hinsicht ^u be-urteilen.

Damit ist gesagt, daß die Einbandkunde sowohl den Einband indem schon erläuterten kollektiven Sinne als die Tätigkeit des Buch-binders an Buchblock und Decke, wie auch das einzelne Stück zubetrachten hat, mit andern Worten, daß sie über die Entstehungeines Einbandes ebenso Auskunft geben soll wie über sein Aus-sehen. Es genügt deshalb nicht, einbandtechnische und einband-historische Kenntnisse einfach zu summieren; auch die Kenntnisder historischen Technik ist wichtig. Und es genügt nicht, denHerstellungsprozeß und die Geschichte des Bucheinbandes zu be-schreiben das ist Sache des buchbinderischen Lehrbuches und derhistorischen Darstellung vielmehr sollen die technischen undhistorischen Kenntnisse zur Beurteilung des Einzelfalles ausgewertetwerden. Die Einbandkunde baut sich auf dem bisher bekanntenMaterial auf, formt diesen Stoff so um, daß auch der Nichtkennerder historischen und technischen Darstellungen aus seinen Beobach-tungen Kriterien entnehmen kann. Wenn also in dieser Einband-