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Düsseldorf und seine Umgebung
Entstehung
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Wie Herzog Wilhelm I , sorgte auch sein unkindlicher ^ohnAdolf — derselbe nahm seinen betagten Vater sogar gefangen —für das Aufblühen der Stadt. Auch für diese war es nicht unwichtig, dass (im Jahre 1423) die Herzogtümer Jülich und Berg ver-einigt wurden. Sein Nachfolger, der erwähnte Herzog Gerhard,welcher den Hubertusorden — derselbe besteht noch heute in Baiern —stiftete, — starb geisteskrank. In ereignissvoller Begierungszeitaber brachte es sein Sohn Wilhelm soweit, dass er für seinen Nach-folger und Schwiegersohn Johann (1511—1539) die Vereinigungvon Jülich, Berg, Ravensberg, Cleve und Mark gesichert sah;Geldern noch hinzuzufügen, gelang weder diesem, noch seinemNachfolger Wilhelm IV., dem Reichen (1539 —1592). In der langenRegierungszeit des Letztgenannten, welche gegen Ende durch dieKrankheit des Herzogs, die religiösen Wirren, den Tod des be-gabteren Sohnes, die zunehmende körperliche und geistige Schwächedes übrigbleibenden Sohnes Johann Wilhelm stets trüber wurde,nahm Düsseldorf seihst immer mehr auch äusserlich städtischenCharakter an. Die Formen der Benaissance hielten vollen Einzug;Häuser aus dieser Zeit finden sich mehrfach in den Strassen derinneren Stadt (Bolkerstrasse, Ratingerstrasse u. s. w.)

Johann Wilhelm der Gute (1592—1609), der als Wahn-sinniger den Thron bestieg, war vermählt mit der Prinzessin Ja-koba von Baden; schon die Kinderlosigkeit dieser Ehe erwecktebei den Räthen des Landes düstere Sorgen, und frühzeitig wurdedie Frage der Thronfolge erörtert. Die Erinnerung des Volkeshat vornehmlich an der Gestalt der Jakoba von Baden und ihremSchicksale festgehalten. ,.Jakoba selbst, eine leidenschaftliche Natur,hielt sich für berechtigt, an Stelle ihres kranken Gemahls zu herrschen;da der Marschall Schenkern mit seinen Genossen dies aus Eigen-nutz nicht zulassen wollte, so näherte sich Jakoba plötzlich denProtestanten und setzte es durch, dass 1591 ihr ein massgebenderEinflus auf die Begierung eingeräumt wurde Dabei blieb es auchzunächst, als Herzog Wilhelm endlich am 5. Januar 1592 starb.Aber Jakoba vermochte ihre Stellung nicht zu behaupten. IhrVetter, der Kurfürst Ernst von Köln, bewog sie, mit ihm ein ge-heimes Bündniss zur Unterdrückung der Protestanten zu schliessen;sie hoffte damit die Gunst des Kaisers zu erlangen und von diesemförmlich als Regentin eingesetzt zu werden. Ein von ihr persönlichbeleidigter kaiserlicher Gesandter verrieth das Geheimniss den pro-testantischen Landständen, und nun verloren diese das Vertrauen zuJakoba. ohne dass es dieser gelang, sich mit Schenkern und dessen Ge-nossen aufrichtig zu verständigen. Schenkern fand eine Stütze an der(unvermählten) Prinzessin Sibylla (einer Tochter des Herzogs Wil-helm), die persönlich mit Jakoba tief verfeindet war. Diese Streitig-keiten lähmten die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten;zugleich war die Begierung tief verschuldet und musste beständigmit neuen Steuerforderungen vor den Landtag treten; dabei zeigtesie sich unfähig, Frieden und Becht zu schützen. Obwohl sie sichnicht an dem zwischen Spanien und den Niederlanden geführtenKriege betheiligte, vermochte sie nicht zu verhindern, dass die

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