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keineswegs gefunden. Um so mehr hatte Düsseldorfs BürgerschaftHecht, als sie im Jahre 1888 in mehrtägiger glänzender Feier dasGedächtniss seiner Erhebung zur Stadt beging.
In der That, auf das Jahr I28Ö folgte ein schnelles und ent-scheidendes Wachsen und Aufblühen. Alsbald finden wir nebender Pfarrkirche (der heutigen St. Lambertuskirche) ein Canonikat-stift; wir finden Mauern und Thore; das Schloss. in dem dieLandesfürsten residiren wollen, wird erbaut; die Bevölkerungwächst; der Rheinzoll wird von Duisburg nach Düsseldorf verlegt;die Gewerbe wetteifern mit dem Handel; die Stadt muss erweitertwerden; und das Alles geschieht innerhalb der ersten 40 Jahre.Seiner jetzigen Grösse gegenüber war Düsseleorf damals freilichnoch klein, sehr klein; der Stiftsplatz, auf welchem die Lambertus-kirche liegt, mit den anstossenden Häusern machte am Ende des 13.Jahrhunderts etwa ein Fünftel der ganzen Stadt Düsseldorf aus;das Schloss lag bereits ausserhalb dieses engen Stadtbezirkes; dieheutige Strasse „Altestadt 0 und die „Liefergasse" (ehemals Lewen-gasse*), waren die einzigen Strassen ; die Krämergasse war nur ander einen Seite mit Häusern besetzt; dicht an der Südwestfrontvorbei floss die Dussel, und jenseits derselben führte der „Mühlen-weg" (jetzt Mühlenstrasse) zu der Mühle beim heutigen Friedriehs-platz; dem nördlichen Ende der Liefergasse schräg gegenüber lagdie Liebfrauenkapelle, auch Kreuzkapelle genannt; in derselbenbefand sich ein wunderthätiges Madonnenbild ; zahlreiche Wallfahrtenzu demselben wurden aus weitem Umkreise gemacht und fördertendas Aufblühen der jungen Stadt
Schon der erste Herzog von Berg (Wilhelm I. 1324—1361,Herzog seit 1356) machte Düsseldorf in gewisser Weise zur Resi-denz; dauernd wurde sie das erst im Jahre 1511. Während vor ihmder bezeichnete Umfang der Stadt nur wenig erweitert wordenwar, wurde die Stadt durch Herzog Wilhelm wesentlich vergrössertin der Richtung nach Süden hin; unter Herzog Gerhard IL (1437— 1475) trat eine Erweiterung nach der Ostseite hinzu, und sohatte Düsseldorf in etwa zwei Jahrhunderten sich um das Fünf-fache vergrössert. Die Nordgrenze entsprach nunmehr der heutigenRitterstrasse, die Ostgrenze dem Mühlengässchen und der Neu-strasse, die Südgrenze etwa der Wallstrasse und Akademiestrasse.Dieses Gebiet war mit Gräben, Mauern und Thürmen umgeben undbefestigt, in seinem Innern aber noch keineswegs gleich völlig aus-gebaut ; vielmehr war für landwirtschaftliche Beschäftigung nochRaum genug vorhanden. Um so natürlicher war es, dass die Stadtfür längere Zeit diesen Umfang behielt. Heute sind von den Be-festigungen wie von den Gebäuden aus der Zeit bis zum Ende desMittelalters meist nur unbedeutende Reste übrig; (hervorragendnur die St Lambertuskirche, die Kreuzherrenkirche, der Schloss-thurin und — ausserhalb der damaligen Stadt — der Thurm derBilkerkirche )
*) Die Strasse führte zum sog. „Lewenhaus" oder „Lieferhaus",welches schon lange vor der Erhebung Düsseldorfs zur Stadt be-standen haben soll.