Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte von Wissel und Grieth und zur Genealogie niederrheinischer Geschlechter
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

ordinis canonicarum sub Gunthero archiepiscopo Co-loniensi tempore Ludowici regis Francorum, qui fuitfilius Ludowici (L. fehlt) pii et nepos Karoli magniindictione tertia. 1 Bis auf das Eingeklammerte stimmtmit dieser Inschrift eine etwas ältere, die uns derNotar Wilhelm Ysenbrand aus Cleve, der eine Hillavon Wissel zur Frau hatte, in seiner Urkundensamm-lung aus den Jahren 1367 bis 1444 zu dem Jahre1441 aufbewahrt hat. 2 Mit beiden harmonirt dasalte Chronikon, das in der Wisseier Kirche aufbe-wahrt und dort 1450 von dem Herzoglichen SekretärGert van der Schuren abgeschrieben wurde. 3

Dürften wir dieses Wisseier Chronikon alsdie gemeinsame Quelle für die Inschriften und dieBerichte der Chronisten ansehen und der Interpunktiondesselben bei Seibertz folgen, dann wäre der Irrthumin der Datirung aufgeklärt. Seibertz interpunktirtnämlich: Post hunc (Baldewin.) secutus est Lodewicusde Francia . . . anno incarnationis domini 925 (825).Everhardus comes, uxor sua Berta nobilis matronade stirpe Caroli M. regis, Lutardus comes et Berenga-rius episc. Tüllen., filii eorum u. s. w. Allein, wiedem auch sein mag, der Irrthum in der Zeitangabeberechtigt nicht, die gemeldete Thatsache selbst zuverwerfen.

Wir sehen überhaupt von allen Zweifeln, die hiersich aufdrängen, ab, da diese anderwärts genug be-

1 Lacombl. Arch. II, 331.

2 Papierhandschr. in fol. im Xant. Pfarr-Arch,, eingetragenals Liber quond. notarii Lamberti.

3 Schölten, a. a. 0. S. XI. Eine Papier - Handschrift in4°Nr. 56 im Fürstl. Arch. zu Anholt aus dem 15. Jh., die ausserder series Pontificum Rom., der Köln., Lüttich., Utrecht. Bb. einekurze Chronik des Geldernschen u. Clevischen Hauses enthält,gibt eine fast wörtliche Uebersetzung der Inschrift auf S. CCXLII.