Schulte
Eine sehr üble Tatsache. Zwei von diesen drei Hauptver-bindungen sind heute fast an den Rand des deutschenStaatslebens gerückt. Die beiden letztgenannten Lückenconvergierert auf Frankfurt und geben dieser Landschaftdie zentralste Lage im deutschen ■ Volksgebiete. Es istdaher nicht ein Zufall, dass in dem Römischen Reichedeutscher Nation im Mittelalter die meisten Königswahlen,in der Neuzeit a 11 e im Winkel zwischen Frankfurt-—Mainz—Worms stattgefunden haben. Frankfurt wäre zurdeutschen Reichshauptstadt durch die Natur bestimmt ge-wesen, aber die mittelalterlichen Könige betrieben ihr Ge-werbe im Herumziehen; sie fixierten auch nicht die wenigenReichsbehörden — im Gegensatz zu Frankreich und Eng-land — hatten also keine Reichshauptstadt; später zogendann die Reichsbehörden den Kaisern nach in die Haupt-städte ihrer Hausländer — nach Wien und Berlin, an denOstrand des Reiches. Frankfurt als Reichshauptstadt istheute unmöglich. Die Lage war günstig, so lange dasganze Rheinstromgebiet zum Deutschen Reiche gehörte,wie das seit 925, seit dem Anschlüsse Lothringens an dasOstreich, das Deutsche Reich, der Fall war. Die Unstetig-keit eines Königtums, über dessen Los eine Wahl ent-schied, hat es verhindert, dass das alte Reich eine Residenzentwickelte! Eine der deutsche Ungeheuerlichkeiten! Ful-das Rheingebiet, mit dem diese Schrift es allein zu tun hat,-sind nun die entscheidenden Fragen zu erörtern: Ist er vonEmmerich bis Basel — auf diese Strecke werde ich michim wesentlichen einschränken — in der Flussrichtung eineEinheit oder nicht? das ist die eine Frage; die zweite: Sind
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