426 ■&-. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Tage hingebracht zu haben, bis unter Gregor IX. drei Glieder des Prediger-ordens, der eben in Brescia Puss gefasst hatte, als Revisoren erschienenund nun die Strenge der Regel und die von ihnen aufgesetzten Statutenden Nonnen auferlegten. Man liebte den freien Gebrauch der Zunge, einenziemlich ungehinderten Verkehr mit der Aussen weit, Briefe und kleineGeschenke zu schicken galt nicht als verboten, die einzelnen gaben Al-mosen, hatten für ihre Bedienung bestimmte Mägde, Privateigentum warvorhanden. Um es zu beseitigen, drohte der Papst an, dass Nonnen, beideren Tode Eigentum gefunden würde, auf dem Düngerhaufen bestattetwerden sollten. Die Aebtissin pflegte früher auf den Gütern umherzu-reiten, nun wurde bestimmt, dass sie mit zwei alten Nonnen und höch-stens zehn berittenen Laien ausziehen solle, es drohe denn ernste Gefahr.Die Verwaltung war lehnsmässig gewesen, namentlich bei den Gastal dien').Es ist das Bild, das für die alten Frauenstifter typisch ist, denen das13- Jahrhundert die Regel des hl. Benedikt aufzwingen wollte. Das Klosterbaute schon 916 eine Burg 2 ).
XXI.Zu den Tabellen über die Berufsverteilung edelfreier Geschlechter.
Zu diesen Tabellen habe ich schon oben S. 274 f. einige Bemerkungengegeben. Unter Zölibatären verstehe ich solche Personen, die sich in einemBerufe befinden, der die Ehelosigkeit voraussetzt, gleichgültig, ob sie dazudauernd gebunden sind oder nur zeitweise. Unter Laien, die als ver-heiratet nicht zu erweisen sind, sind Hagestolze, aber auch früh gestorbeneKinder zusammengefasst.
Im allgemeinen wurde 1500 als Grenze gewählt, Personen, die nach1500 erst auftauchen, wurden fortgelassen; doch habe ich nicht immerganz gleichmässig diese Auszüge angelegt und kann sie jetzt nicht mehrleicht völlig gleichartig machen. Der Anfang wurde nur bei sehr gutenNachrichten und guten Stammbäumen vor 1200 gemacht.
Für das Haus Hohenzollern (Brandenburg-Nürnberg und Zollern-Hohenberg, letztere ausgestorben im Mannesstamme 1486) diente alsFundament die „Genealogie des Gesamthauses Hohenzollern", bearbeitetvon Grossmann, Berner, Schuster und Zingeler (1905). Beider fränkisch-brandenburgischen Linie fällt es auf, dass wir mehr Mäd-chen kennen als Söhne, der Anteil dieses Zweiges am Klerus ist gering,
1 ) Auvray, Registres de Gregoire IX. Nr. 316 vom 20. Juni 1229.Für die Gastaldien vgl. auch Odorici 5, S. 97.
2 ) Mon. hist. patriae 13, S. 809. Vgl. 13, S. 788.