412 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
buches 1 ). An Aemtern findet sich der Dapifer, über dessen Tätigkeitdie interessante Pfründenordnung Auskunft gibt, schon sehr früh 2 ), denKämmerer finde ich zwischen 1177 und 1182 3 ), den Küchenmeister nenntdie Pfründenordnung 4 ). Das Marschallamt begegnet erst 1496, dürfteaber erheblich älter sein 5 ). Sehr früh findet sich der Forstmeister").
Ausserdem finden sich Gärtner, Fischer, zwei Köche, Heizer in derKüche, Bäcker, Heizer in der Pfisterei, Lantner (Bader), Baumgärtnerund Maurer, ausserdem zwei Reisleute (für Botenritte).
Ebersberg (Diözese Freising) wurde etwa 934 als Chorherren-stift begründet, ward dann 1013 ein Benediktinerkloster, dessen Eigen-tümer es 1140 an Heinrich III. schenkten. Es hatte eine Ministerialität,wie schon aus einem (ob echten?) Privileg Kaiser Heinrichs VI. hervor-geht, wo es heisst: „ut nullus de cetero advocatus ministerialibus eiusdemmonasterii violentiam audeat inferre . . . si quis ministerialium extra suimonasterii collegium matrimonium contraxerit . . . quod ministerialesecclesie fidelitate ac homagio debito abbati sint astricti" 7 ). Das all-mähliche Aufkommen lässt sich in dem unter Abt Williram begonnenenCodex traditionum ausgezeichnet verfolgen, schliesslich taucht auch eindapifer auf 8 ).
') Nr. 67 (ex ministerialibus s. Marie). 70. 75. 80 (sub iure mini-sterialium). 116. 119. 122 (a ministerialibus ecclesie et reliqua familia).134 (consensu conventus et ministerialium). 167 (1211 ebenso). 184 (ebenso).137.138.147.153.186.190. 214. 217. 230. Ein Lehensverzeichnis Nr. 258. —Ein Ministeriale auch in St. Emmeramer Tradition Nr. 691, Pez. 167.
2 ) Nr. 225. Pfründenordnung S. 435.
3 ) Cod. trad. Weihenstephan. M. B. 9, S. 468. Cod. trad. Schiren-sium M. B. 10, S. 425.
*) S. 435. Vgl. auch die Urkunde von 1484 M. B. 14, S. 297.6 ) Urkunde von 1496 M. B. 14, S. 299.
6 ) Nr. 194. Cod. trad. Weihenstephan. 9, S. 468.
7 ) Mon. Boic. 32. 1, S. 447.
8 ) Die Ausgabe des Grafen Hundt in Abhandlungen d. hist. Klasseder bayr. Akademie 14, 3, S. 115—196. Der Kodex besteht aus dreiTeilen, der erste und zweite geht bis zur Anlage unter Williram zurück,der dritte bietet Fortsetzungen, doch finden sich auch Nachträge ein-geschoben. Zuerst nur familia (I, Nr. 51. 88. 111. 128; III, Nr. 15. 33.50. 52. 53. 56. 67. 68. 75. 81. 89), extera familia (I, Nr. 97), und servus(I, Nr. 54. 56. 95. 102. 132). Dann ministri (III, Nr. 2. 8. 9. 34. 39. 40.42. 43. 50. 55. 57. 59. 60. 69), endlich ministeriales (I, Nr. 26 [ca. 1150Nachtrag], HI, Nr. 54. 55. 76. 80. 82. 85. 89. 90). Magistri curie etnemoris in in, Nr. 88. 91; der dapifer III, Nr. 92 zu 1200. Vgl. auch ÜB.