400 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Anzahl von Ministerialen vorhanden (vgl. vor allem Reg. Magd. 2,S. 614 f.), aber keine Hofämter oder auch nur ein „dapifer".
Gerbstädt (vor 985 von Markgraf Ricdag von Meissen begründet,kam es durch den demselben Geschlechte angehörigen Bischof Fried-rich von Münster an diesen Bischofsitz. Anfangs Kanonissenstift mit24 Schwestern, 1118 Benediktinerinnenstift, dann diese durch BischofBurchard zum Teil vertrieben. Diözese Halberstadt). Das Material ist beiKrühne, ÜB. der Klöster der Grafschaft Mansfeld (GeschichtsquellenPr.-Sachsen, Bd. 20) vereinigt. Das Stift hatte Ministerialen: Nr. 29(1249). 35 („militum vero dominus Geroldus eiusdem ecclesie ministerialis."1271). 37 (1283). Von Hofämtern keine Spur. In dieses Wettinische Haus-kloster traten sehr viele weibliche Glieder der Familie ein (vgl. Nr. 1. 2. 3).„Conradus Misnensis et orientalis marchio .. . filias genuit sex, quarumtres Gerberstat monachas fecit: Odam at Bertam abbatissam Gerber-stadensem, Agnetam Quiddelingenburgensem abbatissam" Nr. 5.12 (Agnes,Tochter des Böhmenherzogs Ulrich). 13. 14. 28 (1238. Aebtissin Bertha,Verwandte des Markgrafen Heinrich von Meissen). Auch andere Vor-nehme 23 (Tochter des Markgrafen Berthold von Vohburg, eine Enkelindes Dänenkönigs Sven). Die ersten Namen von Kanonissen: „Christinade Gevekensten, Paulina de Vredheberch" (1271, Nr. 35) nennen zweiEdle: vgl. für beide das Register zum Cod. dipl. Anhalt. Dann folgenerst Namen zu 1341 (Nr. 52).
Ilsenburg (gegründet 10. Jahrhundert, Diözese Halberstadt). Hateinzelne Ministerialen, die zuerst 1191 und 1192 auftauchen, wir könnennach Jacobs ÜB. von Ilsenburg im ganzen acht namhaft machen; aberkeiner erscheint als Ritter, es gibt keine Hofämter oder derartiges. DasKloster hat den ursprünglichen Charakter verändert. Vor 1018 von BischofArnulf von Halberstadt begründet, erhielt es „monachos, quos his tem-poribus secundum ordinem Vuldensem religiosores inveni" (Jacobs, Nr. 2),das Kloster verwilderte aber so, „quod sacra religione penitus destitutum",bis Bischof Burchard II. 1085 es wieder ordnete und für immer mönchi-scher Religion überwies: „iuxta beati Benedicti regulam secundum or-dinem dumtaxat Cluniacensem vel Fructuariensem seu Gorziensem"(Jacobs, Nr. 7). Vielleicht kam nun die Hirsauer Reform zur Herr-schaft. Die Ministerialen in Nr. 36. 37. 39. Vgl. S. 545.
Hildesheim, St. Michael. (996—1022 gestiftet von BischofBernward, Benediktinerkloster.) Dieses Kloster hat eine nicht bedeutendentwickelte Ministerialrat gehabt, aber Hofämter sind nicht nachzuweisen.Ministerialen vgl. ÜB. Stift Hildesheim besonders 2, Nr. 110, in denspäteren Bänden nicht mehr nachzuweisen. Tauscht mit Quedlinburg