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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Berta von St. Felix und Regula in Zürich. Im zehnten Jahrhundertwar es offenbar die Stätte, wo die Vornehmen der Schwäbinnen denSchleier nahmen'); die Schätze des Klosters reizten die Ungarn, die esbrandschatzten ! ); 1032 brannte es nieder. Heinrich III. setzte einekluge, fromme Witwe Tuta über Buchau und Lindau. Dann kam imLaufe des 13. Jahrhunderts das Stift total herunter; denn ich glaubedoch, dass die Urkunde Papst Urbans IV. fürBurchaugia" s ) auf Buchaubezogen werden muss, weil die Angabeordinis sancti Benedicti" sichauch bei andern Stiftern findet, die tatsächlich Stifte waren 4 ). Wo einstfünfzig Nonnen und mehr vorhanden waren, gab es noch vier ältereNonnen und vier junge,que peccatis exigentibus nimium sunt lascive".Die Schuld trage die Schlechtigkeit der Zeit, Eingriffe von Böswilligenund die Sittenlosigkeit einiger früheren Nonnen. Die vier älteren hattengebeten, dass das Kloster dem Deutschritterorden uniert werde; derPapst ordnete eine Untersuchung und den Versuch an, es gemäss demOrden zu reformieren. Auch aus dem 13. Jahrhundert kennen wir nureine Nonne ihrem Geburtsstande nach, die Adelheid von Buwenburg 5 ), dieeinem freiherrlichen Hause angehört. Wenn ich das Kloster vermutungs-weise den ursprünglich freiherrlichen zurechne, so geschieht das mitRücksicht auf den Charakter von Zürich, auf das Vorhandensein vonMinisterialen und die Bezeichnung der abteilichen Wohnung als Pfalz °),wie sie auch auf der Reichenau genannt wurde 7 ), vor allem aber des-halb, weil später das Stift bis zu seinem Ende durchaus freiedel war 8 ).Für Lindau ist das ältere Quellenmaterial, wie wir gesehen haben,sehr armselig. Vom Jahre 1278 haben wir aber wohl den vollständigenStiftskonvent 9 ), die angegebenen sieben Stiftsdamen gehörten fast sämt-lich ministerialischen Familien an: Adelheid von Prassberg und Siguna

') So Adelinde, die Tochter des Grafen des Eritgaus, dort lebteauch 926 die Schwester des Bischofs Ulrich von Augsburg.

2 ) Ekkehard 15, S. 223.

3 ) W. ÜB. 6, S. 507 von 1264.

*) Das Kloster wird 1273 in einer Papsturkunde als ordinis s. Augu-stini und dem päpstlichen Stuhle unmittelbar unterstehend bezeichnet.W. ÜB. 7, S. 263. InnocenzIII redet 1213 voncanonisse". W. ÜB. 3, S. 3.

5 ) W. ÜB. 7, S. 6.

6 ) W. ÜB. 3, S. 263.

') Quellen und Forschungen z. Gesch. der Abtei Reichenau 2, S. 125(Chronik Oeheims). Ebenso hiess sie zu Lindau.

8 ) Vgl. Bruschius, Chronol. monast. 62 und Freiburger Diözesan-archiv 17, S. 238.

9 ) Heider, Gründl. Ausführung etc. d. Reichsstadt Lindau 562.