388 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Kyburg Marschälle, die ebenfalls am Anfange des 13. Jahrhunderts aus-gestorbenen Grafen von Rohrdorf Truchsessen, die von Rapperswil Käm-merer, die von Hohenberg Schenken.
Ueber St. Gallen ist schon oben S. 127, auch S. 125 gehandeltworden.
In Kempten fabelte man im 15. Jahrhundert davon, dass Hilde-gart, die Gattin Karls des Grossen, das Erbschenkenamt den Herzogenvon Sachsen geliehen habe, und diese nahmen das gläubig an, wie dieKurfürsten von der Pfalz sich als Truchsessen ausgeben Hessen').
Die Nachrichten gehen bis an den Anfang des 13. Jahrhundertszurück, nicht viel darüber hinaus; einzig bei den Huneburg, den Mar-schällen der Strassburger Kirche, kommen wir vielleicht weiter zurück.Es kann also sein, dass um 1200 einzelne geistliche Reichsfürsten dieseAemter neben die ministerialischen setzten, indem sie ihren vornehmstenLehnsleuten solche übertrugen. Es ist aber auch möglich, dass die Ein-richtung noch älter ist. Jedenfalls wurde diese Mode nachgeahmt, ichglaube also, dass man diese Oberämter vorläufig nicht zuversichtlich aufalte Zeiten zurückführen, wohl aber diese Frage beachten sollte.
XIII.Standesverhältnisse in Ellwangen, Buchau, Lindau und Kempten.
Für Ellwangen ist uns eine keineswegs geringe Zahl vonMönchsnamen überliefert. Im Jahre 1216 unterschreiben 20 Mönche,der Konvent war also damals ebenso stark wie in Reichenau undSt. Gallen. Leider kennen wir aber nur von dreien die Geschlechts-namen: Heinricus de Hellmunden (1218 und 1221), Ulricus Malso (1259und 1274) und Ulricus de Mosen (1274) 2 ). Doch sind die von Hellmundenund Malso sonst im Urkundenbuch überhaupt nicht belegt, v. Albertiführt auch keine anderen älteren Quellen an s ). 1330 war in Ellwangen— das als sehr verarmt geschildert wird — Keller der Freiherr Ounovon Gundelfingen (Hauviller, Analecta Argentinensia 1, Nr. 222). Vonden Aebten der älteren Zeit kann man nur sehr wenige ihrem Ge-
') Vgl. Hirsch-Papst, Jahrbücher Heinrichs II, 2, S. 167.
2 ) Es kommen folgende Verzeichnisse in Frage: um 1150 (Wirt. ÜB.S. 3, 472), 1216 (3, S. 53), 1218 (3, S. 69), 1221 (3, S. 120), 1259 (5, S. 282),1262 (6, S. 15), 1274 (7, S. 323) und 1286 (9, S. 100). Das Totenbuch(M. G. Necrologia I) liefert gar keinen Beitrag.
3 ) Württemb. Adels- und Wappenbuch S. 298 (Wappen von 1437).S. 485 (Malse von Unterkochen mit altem Wappen von 1343).