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[Hauptbd.] (1910)
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Exkurs XII. Mit Edelfreien besetzte Hofämter.

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Nach einer angeblichen Urkunde von 1021 (die aber nach 1200 undvor 1263 gefälscht wurde) waren für das Utrechter Bistum der Herzogvon Brabant Truchsess, Graf von Holland Marschall, der von CleveKämmerer, der Herr von Kuyk Schenk, ausserdem der Graf von Gel-dern Jägermeister, der von Bentheim Türöffner, der Herr von GooreBannerträger ] ).

Das Schenkenamt von Paderborn war ein Lehen der Herzoge vonBraunschweig, 1227 wurde der Graf von Ravensberg damit belehnt 2 ),in Münster war der Graf von Ravensberg der oberste Schenk, der Herrvon Ahaus der Obertruchsess 3 ), in Minden nach der Chronik des Ler-becke der Graf von Schaumburg Kämmerer, in Hildesheim die Grafenvon "Woldenberg Schenken (1223). Kämmerer von Köln waren dieGrafen von Hochstaden 4 ), Schenken und Bannerträger die von Nassau 5 ).

Später glaubte man, Kaiser Heinrich II. habe die vier oberstenHofämter des von ihm begründeten Bistums Bamberg mit den vierReichshofsämtern vereinigt. Das ist aber eine recht junge Entwicklung:der älteste Lehnsbrief für die oberste Marschallwürde für Sachsen stammtvon 1422, der älteste für Böhmen als Oberschenk von 1479, für Branden-burg als Oberkämmerer von 1464 6 ). Das Dapiferat ist viel älter, eswar in den Händen der Staufer, wenigstens Friedrichs II., dann derWittelsbacher, kam aber, wie Hirsch nachgewiesen hat, wohl von denGrafen von Sulzbach an die Staufer 7 ).

Auch in einigen reichsfürstlichen Klöstern wurde das nachgeahmt.In Einsiedeln zählte man am Ende des 15. Jahrhunderts auf als Hof-meister die Grafen von Habsburg, als Marschälle die von Rapperswil,als Truchsessen die Herren von Wädenswil, als Schenken die von Uster,als Sesselträger die von Regensberg und als Küchenmeister die vonKempten s ). Auf der Reichenau waren, wie oben gesagt, die Grafen von

J ) Vgl. den Nachweis der Fälschung bei Oppermann, West-deutsche Zeitschr. 27, S. 239.

2 ) Westf. ÜB. 3, Nr. 247.

s ) Staatsarchiv Münster. Lehnsbuch des Bischofs Florenz vonWevelinghofen.

4 ) Lacomblet 2, Nr. 869 (1289).

5 ) K nipp in g, Reg. der Erzb. 3, Nr. 1721.

6 ) Hirsch-Papst, Jahrbücher Heinrichs IL, 2, S. 167 f.

7 ) Ebda. 2, S. 159 f.

8 )Bonstetten in Quellen z. Schweiz. Gesch. 13, S. 211214.Er gibt auch die Lehen an. Da bei den Vögten noch die Freiherrenvon Bottstein genannt sind, geht das Verzeichnis sicher ins 13. Jahr-hundert zurück.

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