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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

XII.Ueber Hofämter, die mit Fürsten und Edelfreien besetzt waren.

Die Hofämter galten als eine Gebührnis für einen Eeichsfürsten.So heisst es in den Annales Stederburgenses von der Gründerin:etquod ad hujus mundi gloriam pertinet secundum ritum principumdapiferis, pincernis, marscalcis, militibus ministerialibus nostram eocle-siam gloriosissime decoravit" (M. G. SS. 16, p. 200, 32). Ebenso heisstes in der auf der Reichenau gefälschten Constitutio de expeditioneRomana:Singuli vero principes suos habeant officionarios speciales:marscalcum, dapiferum, pincernam et camerarium" (M. G. Leg. Const.im. 1, p. 663, 8). Und im Schwabenspiegel Landrecht Art. 69 liest man:Diu geistlichen fursten ampt und diu weltlichen fursten ampt diu sintgestiftet von erste mit vier fursten ampten . . . die vier die müzen vonerste rehte vrie lute sin." Vgl. auch die Sententiae von 1223, die vonden officiati principis reden. M. G. Const. 2, S. 118 f.

Es ist an den beiden ersten Stellen nur zu vermuten, dass anministerialische Inhaber der Lehen gedacht wurde. Nun haben wir aber-auch bei den geistlichen Fürsten wie beim Reiche eine Reihe von Bei-spielen doppelter Besetzung: Fürsten und Herren wie beim Reiche dieHerzoge, daneben die Dienstmannen.

Es wäre an der Zeit, einmal die Angaben, die Buderus, Opus-cula Jenae 1745, S. 287318, ohne scharf die Ober- und Niederämterzu trennen, gibt, zu ergänzen. Er kannte solche durch Edelfreie besetzteAemter bei folgenden geistlichen Fürsten: Mainz, Trier, Köln, Salzburg,Würzburg, Speier, Strassburg, Chur und bei Kempten (dem einzigenAbte). Ich beginne mit den Bischöfen.'

Ich möchte hier nun einige Lesefrüchte zusammenstellen in derHoffnung, dass sie von Anderen ergänzt werden. Am höchsten hinaufging man in Brixen. Nach Aufzeichnungen von 1253 war der Herzogvon Schwaben Truchsess (hat 300 Höfe zu Lehen), der von Bayern Mar-schall (viele Lehen), der von Meranien Mundschenk (viele Lehen), dervon Kärnten Kämmerer (viele Schlösser und beinahe unzählige Be-sitzungen) '). In Basel war Truchsess der Herr von Hasenburg (Asuel),Marschall der Graf von Pfirt, Mundschenk der von Uesenberg, Käm-merer der Herzog von Teck, ausserdem gab es einen Pfalzgrafen inder Person des Grafen von Thierstein 2 ).

') Sinnacher, Beiträge z. G. d. bischöfl. Kirchen Saeben undBrixen 4, S. 402.

2 ) Diesen Eintrag des Lehnsbuches lässt Heusler, Verf.-Gesch.von Basel 77 bis Anfang des 13. Jahrhunderts zurückgehen.