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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Freien des Reiches erhoben wurde; es ist das älteste mir bekannte Frei-herrndiplom, der nachweisbare Anfang des Briefadels'). Damit habenwir die bekannten Nobilitierungen des 14. Jahrhunderts wohl erschöpft.

Nur in einem Falle wird die königliche Majestät nicht angerufen,sonst gilt diese Freilassung als Königsrecht nicht nur bei den Reichs-dienstmannen, deren direkter Herr ja der König war, sondern auch beimsonstigen niederen Adel (Fälle Meissen, Woldenberg, Habsburg, Buchegg).

Dungerns Ausführungen suchen diese formellen Nobilitierungenabzuschwächen, er hält weder dieSanierungs"urkunden für nötig nochdie Nobilitierungsdiplome.

Noch möchte ich über die von Dun gern oft herangezogenenStecke handeln. Gewiss, die Stecke, die 1376 im Kölner Domstift auf-tauchen, waren ursprünglich Ministerialen, durch Tausch kamen sie ansReich. Für ihr Emporkommen bedienten sie sich aber wunderbarerMittel.Borghert Stecke hern Goeswins Stecken soen" beurkundete1376, dass Herr Wolter Steke van Beke von vier Quartieren freiedelsei, die Ahnensäten geecht in enem vreien edelen bedde", und da er-scheinen die Burggrafen von Dinslaken, Hörne und Uchten! Borghertbezeugte das unter seinem Eide 2 )!

Auch in anderen Punkten habe ich den Folgerungen v. Dungernsmich nicht anschliessen können. In diesem Zusammenhange ist die Haupt-sache, dass trotz seiner Thesen die scharfe Trennung zwischen dem hohenund dem niederen Adel bis ins 15. Jahrhundert hinein gefühlt wurde, wieja noch Petrus von Andlau 1460 schrieb:Est autem Alamannis inveteratususus et longe retro observata conswetudo, non magna (quantum coniiecerepossum) racione suffulta, ut baro copulando sibi militaris et inferiorisgeneris conjugem prolem suam inde creatam degeneret atque debaronizet,filiique de cetero barones minime vocitentur. Comites vero per con-nubium cum simplicis militaris generis femina natos filios non decomi-tant; sed si eorum filii itidem in militari um genus nubant, extunc illorumdemum proles decomitatur, militariumque generis ordini deinceps connu-merantur, que profecto observantia haud satis honesta esse videtur" 3 ).

') G-lafey, Anecdotorum collectio p. 352.

2 ) Mitgeteilt v. Schenk zu Schweinsberg, Korrespondenzbl. desGesamtvereins, 1875, S. 68.

3 ) Petrus deAndlo: Libellus de caesarea monarchia. Pars 2,titul. 12. ed. Hürbin, Zeitschr. d. Sav.-Stiftung f. Rechtsgesch. Germ.Abt. 13, S. 197. Andlo hat diese Stelle nicht der Schrift Felix Hem-merlins: liber de nobilitate (entstanden 14441450) entnommen. Diesermeint, dass die Missehe auch den Eheherrn herabdrücke:Insuper ususet observantia praesertim in Germania tenet, quod, quemadmodum liberi

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