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[Hauptbd.] (1910)
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Exkurs II. Liste von Missheiraten.

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73. Isenburg (Kempenich)-Huchelhofen. Jon. II. u. GertrudTochter des Eitters Heinrich v. H., Schultheissen zu Eschweiler. 1389bis 1395 vorkommend.

Bürgerlich.

74. Isenburg-Bonifacius. Simon I. aus der Kempenicher Linieheiratete Agnes, die Tochter des Trierer Schöffen Bonifacius 1293.

Das so von zweifelhaften Fällen gereinigte Verzeichnis kann für das13. Jahrhundert als Basis dienen, für das 14. wenigstens als Illustration.

Prüft man nun die Standesqualität der einheiratenden Frauen, soergibt sich, dass 52 Frauen dem Stande der Rcichsdicnstmanncn ange-hören, und zwar fast ausschliesslich den Familien, die die Hofämter be-sassen: das grosse Haus der Bolanden-Falkenstein-Hohenfels liefert allein27 Töchter, die Schenken von Erbach 6, die Weinsberg 4, die Truch-sessen von Waldburg 5, die Minzenberg 2, dazu mehrere je 1. EineGruppe von 5 Damen liefert das bürgerlich-ritterliche Haus der Malterer,1 das Geschlecht Bonifacius in Trier. 10 gehören dem niederen Adel an.

Den stärksten Anteil an Männern stellen die Isenburg mit 6'), dieBickenbach mit 4, die Eppenstein, Markgrafen von Baden, Hohenloheund Solms mit je 3, alle anderen mit weniger.

Von historisch grösserem Interesse ist die zeitliche Folge. Vor1200 fallen 2, von 12001250 4 (Nr. 36), 12511300 23, für die beidenfolgenden Halbjahrhunderte 25 und 20. Die beiden ältesten Oonnubiagehören nach Thüringen, die sechs folgenden betreffen das Haus, wasalle anderen überragt, die Bolanden und das, dessen Erben sie wurden.In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts treten neben 14 Töchtern vonReichsdienstmannen 6 Damen des niederen Adels, 1 Bürgerliche.

Das Ergebnis weicht weit von dem ab, was v. Dungern glaubtefeststellen zu können. Die vornehmsten und reichsten Reichsdienstmannen-familien begannen in der spätstaufischen Periode in den freien Adel ein-zudringen, vor allem am Mittelrhein. Aber es sind Ausnahmen! Voneiner Gleichberechtigung ist auch bei den Bolanden noch nicht die Rede,obwohl dieses Geschlecht der Bewegung vorangeht und nun so scheintes Ehen mit dem niederen Adel überhaupt nicht mehr abschliesst.

Sanierte Missheiraten.

Hätte ich zum Vergleiche eine Tabelle von Heiraten edelfreierTöchter mit Ministerialen bezw. Gliedern des niederen Adels zusammen-

') Davon entfallen mehrere auf die Linie Isenburg-Kempenich, dieseit dem Ende des 13- Jahrhunderts Lehnsleute des Erzstiftes Trier, alsonicht mehr reichsunmittelbar waren. Simon, Gesch. des Hauses Isen-burg 2, S. 107 f.