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[Hauptbd.] (1910)
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294
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294 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

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deren Familienpolitik den Kirchendienst bevorzugte, könnteman sagen:Deo inserviendo consumebantur."

Der niedere Adel jener Zeit, der ja auch ungleich demHochadel von unten her noch immer Zuwachs erhielt, hatte im13. Jahrhundert noch nicht so viele ihm vorbehaltene Plätzeim Klerus wie der edelfreie Adel; ihm bot sich eine andereGelegenheit für seine Söhne, die die Edelfreien versäumten.Hunderte von den Söhnen der Dienstmannen, die in derHeimat kein Lehen fanden, wanderten in die Kolonialgebietejenseits der Elbe und begründeten als Landritter sich undihren Nachkommen eine neue Heimstätte. Bei den ostelbischenRittern dürfte man kaum viel Blut altedler Geschlechter nach-weisen können. Das Kolonialgebiet hatte Raum genug, umdie nachgeborenen verheirateten Söhne aufzunehmen, und inihren Nachkommen lebt manches Geschlecht noch heute, dessenin der Heimat verbliebener Stamm längst erloschen ist. Unterdem Schutze und der Last der alten Traditionen, unter derFürsorge längst vergangener Ahnherren war die grosse Massedes alten Adels untergegangen und verschwunden! Die führendeSchicht des Früh- und Hochmittelalters, die sich für unver-gänglich gehalten hatte, ist bis auf winzige Reste ausgestorben.

Dienstmannschaft, sich in der Domkirche begraben zu lassen (v. Mülver-stedt, Magdeburg-. Gesch.-Blätter 6, S. 550, Urkunde von 1443), nichtanders war es in Münster. Vgl. Westf. ÜB. 8, Nr. 1521. Unsere Anthro-pologen dürfen sich also nicht verlocken lassen, alle Gebeine, die an dengenannten Stellen gefunden werden, ohne weiteres dem alten deutschenAdel anzurechnen.