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[Hauptbd.] (1910)
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Geistliche Fideikommisse.

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sprachen. Die Folge war, dass ein Geschlecht nach dem an-deren hinsank und damit die Zahl der freien Plätze für dieübrigbleibenden Geschlechter immer mehr anwuchs.

Auch andere Gelegenheiten stellten sich ein, das Lebenzu verbringen. Für den waffenfrohen Jüngling gab es dieRitterorden! Nicht allein die alten freiherrlichen Klöster kamenin Frage; wir sehen, wie jeder neue strenge Orden und jedeReform gerade die besten und tüchtigsten Kinder der vor-nehmen Familien anzieht: Hirsauer, Cisterzienser, die Söhnedes hl. Norbert, der selbst ein deutscher Freiherr war, auchKartäuser, und dann die Orden, die Franz von Assissi undDominikus begründeten, alle haben Edelfreie angezogen. Ausdiesen Klöstern aber gab es keinen Rückzug. Hier handeltewohl stets der Eintretende für sich; die Oblationen warenzurückgedrängt oder ganz beseitigt, sie aber sind besonderscharakteristisch für die alten freiherrlichen Klöster.

Auch eine mittelalterliche Kinderfrequenz konnte gegen-über solchen Ausfällen an Heiratsfähigen das Geschlecht nichterhalten 1 ). Das fromme mittelalterliche System zeitigte fastmit Notwendigkeit dieselben Folgen wie das Zweikindersystem.Nicht allein der Uebertritt in die Dienstmannschaft, nicht alleindie Gefahren des Kampfes und der Kampfspiele, der Reisenund Züge minderten die Zahl der alten freien deutschen Ge-schlechter, für ihren Bestand war noch gefährlicher diesesaristokratische Prinzip im Klerus des Früh- und Hochmittel-alters.

Die alten ehrwürdigen Kultstätten wurden das Grab desalten deutschen Adels, auf den Friedhöfen der Domstifte,Klöster und Stifter ruhen die, die solch ein Geschlecht hättenfortsetzen können 2 ). Von den deutschen Edelgeschlechtern,

*)Pabo Cornea cum 30 filiis et 7 filiabus" (M. B. 13, S. 477). NachKiezler, Gesch. Bayerns 1, S. 856, der Ahnherr der Grafen von Abens-berg und Botheneck.

2 ) Doch auch die Ministerialen ruhen in den Kirchen oder derenFriedhöfen. In Magdeburg war es eine Pflicht für die erzbischöfliche