Freiständische Gründungen König Aelfreds u. im Langobardenreiehe. 197
Shaftesbury aber setzte Aelfred seine eigene Tocbter Aethel-geofu zur Aebtissin, mit der viele andere edle Nonnen inklösterlicher Zucht Gott dienend im Kloster wohnten 1 ). BeideStiftungen stattete der König sehr reich aus.
Auch aus Italien kann ich ein freiständisches Klosternachweisen. Es ist S. Salvatore (später Sa Giulia genannt) inBrescia, die letzte grosse Gründung des langobardischen Königs-hauses, aus dessen Besitz nicht allein herrliche Kunstschätzeuns erhalten sind, sondern auch ein „liber vitae" aus der Mittedes 9. Jahrhunderts, der ergibt, dass hierher nur freigeboreneKinder dargebracht wurden. Und verwundern wir uns darübernicht, denn wie die deutschen Karolingen ihre Prinzessinnen inZürich und Buchau versorgten, so haben die italienischen esmit diesem Stifte gehalten, das an Reichtum und Ansehen hochgestellt werden muss 2 ),
Sollte es das einzige Beispiel in Italien gewesen sein?Schwerlich! Sollten auch im alten Gallien wie England dienachgewiesenen die einzigen gewesen sein? Man müsste dannan eine Genauigkeit der Ueberlieferung glauben, die für jeneZeiten ausgeschlossen ist. Aber alle die Anstalten, die wir indiesem Abschnitte nachwiesen, waren Stiftungen für Sankti-monialen! Weiterer Forschung öffnet sich ein dankbares Feld!
qui nihil boni eligere neo mali respuere pro teneritudine invalidaeaetatis adhuc possunt, qui monasticam voluntarie vellet subire vitam,habebat . . . ideo diversi generis monachos in eodem monasterio congre-gare studuit."
3 ) A. a. 0. cap. 98 (S. 85): „in quo propriam filiam suam Aethel-geofu, devotam Deo virginem, abbatissam constituit, cum qua etiamaliae multae nobiles moniales in monastica vita Deo servientes in eodemmonasterio habitant. Quae duo monasteria terrarum possessionibus etomnibus divitiis locupletatim ditavit."
2 ) Siehe Exkurs XX.