Tegernsee, Geisenfeld, Ebersberg vielleicht freiherrlich. 183
Bei Tegernsee kann man den Beweis führen, dass es wohlim 11. Jahrhundert freiständisch war, dasselbe gilt von Geisen-feld; bei Ebersberg ist es auch wohl wahrscheinlich 1 ). Bei allenanderen Stiftungen ist der freiständische Charakter auch nichtfür ältere Zeiten einigermassen wahrscheinlich zu machen. Esergibt sich die wertvolle Beobachtung, dass, wo die Hofämtersich finden, im Konvent auf vornehme Geburt gehalten wird.
In ganz Südostdeutschland ist also bisher ein freiständi-scher Konvent völlig zweifellos nicht nachgewiesen worden.Auch die Ministerialität war recht wenig verbreitet. Wie ausder Tabelle 2 ) folgt, fehlt sie überall, wo sich Einfluss vonHirsau, St. Blasien oder Admont geltend gemacht hat; wirstellen weiter fest, dass auch die Augustinerchorherren eineDienstmannschaft nicht haben aufkommen lassen. Sie findetsich bei Kanonissenstiftern und alten Benediktinerklöstern,jedoch nur bei wenigen jüngeren Gründungen.
Wir werden später versuchen, es zu erklären, dass nur soselten sich eine Dienstmannschaft in Bayern findet. Preistän-dische Klöster wären um 1300 schon wohl unmöglich gewesen;denn noch viel schneller als in Schwaben und Westfalen mussBayern das Aussterben des freien Adels sich vollzogen
m
haben. Es fehlt leider an allen Vorarbeiten und Kontroll-mitteln, so dass ich nur den rohen Eindruck wiedergeben kann,den meine Sammlungen mir gewähren.
') Vgl.2 ) Vgl.
Exkurs XVIH.Exkurs XIX.