Dreizehntes Kapitel.
Haben schon die Reformen, die der Hirsauer
voraufgehen, sich gegen Ministerialität und
Ausschliesslichkeit gerichtet?
Waren aber wirklich die Hirsauer die ersten, die keineDienstmannschaft kannten und nicht grundsätzlich die unfreiGeborenen zurückwiesen? l )
Um das zu ergründen, habe ich auch die Rheinprovinzdurchgearbeitet, wenn auch nicht so säuberlich, wie ich es ge-wünscht hätte.
Den Exkurs unterdrücke ich aus folgendem Grunde. Seiner-zeit war auf meine Veranlassung von der philosophischenFakultät als Preisaufgabe die Untersuchung der Ministerialitätder Rheinprovinz ausgeschrieben worden. Das rief zwei Be-arbeitungen hervor, von denen die eine leider den Termin derEinreichung nicht innehielt, die zweite — unter der Auflageeiner Umarbeitung vor dem Drucke — den Preis erhielt. Damalshabe ich ganz unabhängig von beiden den Stoff durchgearbeitet.Dann erschien die Leipziger Dissertation: Ahrens, Die Mini-sterialität in Köln und am Niederrheine (Leipziger Hist. Ab-handlungen, Heft 9). Um nun nicht jenen sehr brauchbaren
*) Die Liste der Konfraternitäten von St. Peter in Salzburg (M. G.Nee. 2, S. 52 u. 54) zeigt uns die Freunde mit ihren abhängigen ZellenCluny, Hirsau, Siegburg, Schaff hausen, St. Blasien und St. Georgen, dieKongregation von St. Emmeram, dann Zwiefalten, "Wessobrunn, Bene-diktbeuren u. s. w. Die Struktur aller dieser Klöster zu vergleichen wäresehr nötig.