Ministerialität in bayerischen Klöstern.
181
begründet, 1013 Benediktinerkloster) oder Niederaltaich (741erste Gründung, wechselnde Schicksale) setzen dürfen.
Eine schwache Dienstmannschaft hatten das recht jungeBenediktinerkloster Rott am Inn (1073 gegründet), dann Bene-diktbeuren (etwa 747 entstanden), Wessobrunn (955 wieder-hergestellt) , auch das (um 900 begründete) Frauenchiemsee.Auf einer tieferen Stufe scheint die Dienstmannschaft in dem1021 neubegründeten Weihenstephan gestanden zu haben.
Dienstmannen fehlen, soweit ich das übersehen kann, beiSchäftlarn x ), Bernried 2 ), Diessen 3 ), Au 4 ), Gars 5 ), Polling 6 ),selbst bei Berchtesgaden, obwohl der Propst Reichsfürstwurde 7 ).
') Altes Benediktinerkloster, 762 gegründet, im 11. Jahrhundert Stiftvon Säkularkanonikern, 1140 Prämonstratenserstift. Der umfangreicheCodex traditionum redet nur von der familia s. Dionisii und servi. Mon.Boica, Bd. 8.
2 ) Bistum Augsburg, vor 1122 als Stift von Kanonikern gestiftet.Quellen in Mon. Boica 8, nur fratres conversi, familia und famuli.
3 ) Bistum Augsburg, gegr. 10. Jahrh. ? Kanoniker. Nach dem Tra-ditionsbuch M. B. 8 (1132—1425) fehlen Ministerialen, die S. 131 ge-nannten gehören wohl nicht zum Stifte.
4 ) Erzbistum Salzburg, neubegründet ca. 1122. Augustinerchorherren.Der Codex traditionum in „Drei bayrische Traditionsbücher", 1880.
5 ) Erzbistum Salzburg, neubegründet vor 1129. Augustinerchorberren.Der Cod. tradit. in „Drei bayrische Traditionsbücher", 1880.
6 ) Bistum Augsburg. Augustinerchorherren, wohl seit ca. 1030.Vorher altes Frauenkloster, seit 1065 im Eigentum des Bistums Brixen.Rotulus chartarum in Mon. Boica 10. Die Urkunde von 1386 (M. B. 10,S. 153) beweist schwerlich eine Ministerialität.
7 ) Erzbistum Salzburg, gegründet 1109. Augustinerchorherren. DasSchenkungsbuch in Quellen u. Erörterungen z. bayr. u. deutsch. Gesch.Bd. 1. Allerdings erfolgt eine Schenkung von famuli an das Stift „utnullo rurali servitio subiaceant, sed honesto et equestri more deserviantbona" (Nr. 84 S. 282) und eine solche einer familia, „ut qui eis militariet equestri ordine serviebant, eodem iure permaneant" (Nr. 109 S. 303),„servi prepositi" (Nr. 200 S. 355). Sonst nur familia, familiäres. NachKoch-Sternfeld, Gesch. d. Fürstent. Berchtesgaden (1815) gab esim Lande selbst keinen Adel. 1220 waren im Kapitel Ministerialen nach-zuweisen (Urkunde München. Reichsarchiv).