180 * A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Nur die drei ältesten (Kremsmünster, Mondsee und Lam-bach) haben eine Ministerialität, Göttweig, Ardacker und Garsteneinige wenige Dienstmannen. Bei allen anderen fehlen sie,ebenso bei den Benediktinern von Gleink (1120), den AugustinerChorherren von Suben (1142) und Waldhausen (1146) undselbstverständlich bei den Oisterziensern von Baumgartenberg(1142) und Wilhering (1146).
Weit reicher an alten, ehrwürdigen und mächtigen Klösternwar der Teil des alten Herzogtums Bayern, der heute zumKönigreiche gehört. An eine ähnliche statistisch vollständigeArbeit, wie wir sie bisher durchführten, ist hier nicht zu denken,da kein einheitlich geleitetes Urkundenunternehmen vorliegt.Die alten Monumenta Boica mit ihren Klösterarchiven undTraditionsbüchern sind noch heute der Grundstock, einzelnewichtige Veröffentlichungen kamen hinzu, und endlich habe ichim Münchener Reichsarchiv manches Archiv hastig durch-gesehen, um Namen von Mönchen oder Dienstmannen zunotieren. Hier bleibt also nichts anderes übrig, als einzelneKlöster herauszugreifen.
Alle vier Hofämter und eine starke Ministerialität hatteTegernsee (wohl um 769 gegründet, 979 erhielt es den AbtHartwig aus St. Maximin), mehrere Hofämter und zahlreicheDienstmannen hatte das Kanonissenstift Geisenfeld (gestiftetum 830), an die dritte Stelle wird man Ebersberg (etwa 934
durch eine Kremsmünstersche Ministerialin ersetzt ca. 1140. Fuchs,Urkunden und Regesten von Göttweig 1, Nr. 35.
Ardacker (Propstei, 1049 von Kaiser Heinrich III. gestiftet). Einmiles, den ich im Augenblick nicht belegen kann.
Garsten. In dem sehr reichen Stoffe abermals nur eine Stelle.In einer Zeugenreihe : „Billunc miles noster" ca. 1140. ÜB. ob. d. Enns 1,S. 162 (Nr. 127).
Banshofe n. Zwei höchst unsichere Zeugnisse aus reichemMateriale. Altmanus ministerialis in einer Zeugenreihe, ohne Angabeseines Herrn, ÜB. ob. d. Enns 1, S. 212 (Nr. 20). Ebenso ein camera-rius in Zeugenreihe, dessen Zugehörigkeit unerweislich, ebda. 2, S. 345Nr. 236.