Ministerialität kirchl. Anstalten in Kärnten und Steiermark. 175
Dürftiger sind die Beweise für eine Ministerialität in St. Geor-gen x ); sie ist aber völlig sichergestellt durch eine im Klosterzwischen 1172—1174 hergestellte Fälschung, die einen Passusüber die „ministeriales" in die ursprüngliche Urkunde einschob,was undenkbar wäre, wenn im Kloster nicht wirkliche Mini-sterialen gewesen wären 2 ).
Ossiacb, das von den Eltern des Patriarchen Poppo vonAquileja (1024—1039) gegründet wurde, ist das einzige Bene-diktinerkloster dieser Gegenden, das Ministerialen hatte 3 ).
Bei zwei Klöstern, die ein ungemein reiches Quellen-material hinterlassen haben, ist die Existenz einer Ministerialitätäusserst zweifelhaft: es sind das 1102 gegründete und mitMönchen aus St. Blasien besetzte Kloster St. Lambrecht inObersteiermark 4 ) und das 1091 von Hirsau aus besetzte be-rühmte St. Paul in Kärnten 5 ).
Bei dem Benediktinerkloster Arnoldstein (gegründet 1106),bei den Augustinerpropsteien Eberndorf (gegründet 1106) undMaria Saal (gegründet 1116) ist die urkundliche Ueberlieferungzu schlecht. Anders liegt es bei folgenden Klöstern, die, soviel ich sehe, nie Ministerialen hatten: Admont, die ernsteste
Nr. 731 (c. 1160 Gotefridus miniaterialis Gossensis eccl.) Nr. 532 (c. 1170"Wargant de Vites). Im 2. Band sind an vier Stellen zusammen achtMinisterialen genannt.
') Zahn 1 Nr. 327 (ca. 1150: Hartwicus ministerialis s. Georgii)= v. Jacksch 3 Nr. 894.
2 ) v. Jacksch 3 Nr. 647.
3 ) v. Jacksch 3 Nr. 1366 (1190) zählt 4 ministeriales und 12 famuliauf. Nr. 1448 (1195/96) 4 ministeriales.
4 ) Vier „milites" in einer Urkunde des Abtes von 1226 (Zahn 2Nr. 237), aber keineswegs als milites des Klosters erwiesen.
5 ) Eine St. Paul er Tradition sagt: „cum domino Liupoldo mini-steriali nostro de Leunbach" v. Jacksch 3 Nr. 1400 (1193—1120). Deut-licher v. Jacksch 4 Nr. 2449 (1251): „qui unam de ministerialibus eius-dem ecclesie duxerat in uxorem," Bd. 3 Nr. 592 (1124—1138): „ministrihuius ecclesie." Das der ganze Ertrag, obwohl v. Jacksch ausser32 Urkunden zwei umfangreiche Traditionsbücher zur Verfügung hatteund im ganzen 239 Dokumente für St. Paul mitteilt.