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[Hauptbd.] (1910)
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167
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Vorhandensein und Fehlen von Ministerialen in Ostsachsen. 167

2. Ebenso die Frauenstifter Quedlinburg, Gandersheimund Gernrode, deren freiherrlicher Charakter sogleich erwiesenwerden wird. Ein gleiches gilt von dem bereits im Hessischenbelegenen Frauenstift Kaufungen.

3. Darüber hinaus finden sich keine Hofämter, auch istdie Ministerialität selbst nicht sehr verbreitet.

Eine grössere rittermässige Dienstmannenschaft hatte dasKloster Berge bei Magdeburg, Nienburg, das KanonissenstiftGerbstädt, St. Michael in Hildesheim und Steterburg.

Vereinzelte Ministerialen sind bei Ilsenburg, Hl. Kreuzund Godehardikloster in Hildesheim, ebenso bei dem erst 1200errichteten Kanonikerstift St. Andreas, dann bei Hamers-leben und dem Stifte zum hl. Kreuze in Nordhausen nachzu-weisen, ja versprengt bei den Cisterziensern von Walkenried.

Es fehlen also Ministerialen:

1. Bei allen Klöstern, die von anderen, freiherrlichen Stif-tern abhängen, also Frohse von Gernrode, Münzenberg, St. Wi-pert, Walbeck und Wendhausen von Quedlinburg, Marienklosterund Clus von Gandersheim.

2. Bei der grossen Mehrzahl der Kanonikerstifter: alsobei allen in Erfurt, Halberstadt, Naumburg, Magdeburg, beimMoritzstift in Hildesheim und selbst bei dem Stifte St. Simonund Juda in Goslar, das eine Gründung der Kaiser war, mitdem Kaiserhofe in engster Verbindung stand und bis 1312nur Pröpste aus edelfreien Geschlechtern hatte 1 ). Ebensowenig

pompae militaris." Der fundamentale Unterschied zwischen den reichs-unmittelbaren Bistümern des Westens und den ganz oder fast ganzlandsässigen des Ostens tritt also schon vor der Landeshoheit hervor.Auch die weltlichen Territorien des Kolonialgebietes scheinen keineMinisterialrat gekannt zu haben, so Mecklenburg, wo es jedoch die vierHofämter gab, von denen aber immer nur zwei besetzt wurden (Küster,Die Verwaltungsorganisation von Mecklenburg im 13. u. 14. Jahrhundert.Dissert. Freiburg i. Br. 1909).

') Folgt aus dem Reg. des Goslarer ÜB. von B o d e. Das Stifthatte einen vicedominus, custos granarii, cocus, braxator und pistor.