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[Hauptbd.] (1910)
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Klosterministerialität in Westfalen.

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und bei den Kanonikern von Bussdorf, was im Vergleich mitSt. Patroklus in Soest nicht wundernimmt, vor allem aberbei den Benediktinern in Grafschaft, die der hl. Anno vonKöln unter dem Eindruck der strengen Askese von Fruttuariadort ansiedelte. Gertrudenberg und Atlon sind ziemlich un-bedeutend.

Im 12. Jahrhundert wird das Bild viel bunter: Prämon-stratenser und Cisterzienser treten neu auf. Als die Grafen vonKappenberg 1122 aus ihrer Stammburg ein Prämonstratenser-kloster machten, schenkten sie vieles der neuen Gründung,aber 105 Ministerialen mit ihren Benefizien gaben sie derbischöflichen Kirche zu Münster 1 ). Ganz allein in dem Bene-diktinerdoppelkloster Gehrden finden sich Spuren einer Mini-sterialität. Im übrigen ist auch in dem alten Orden wie inden Stiftern die Dienstmannschaft vermieden worden, vor allemauch in den Anstalten, die von Dienstmannen selbst waren be-gründet worden.

Für die westfälischen Klöster und Stifter ist es charak-teristisch , dass der Droste (Truchsess, Seneschall, der Alt-knecht) gerade bei den ältesten Anstalten so stark hervortritt.Es erinnert an die Zeiten der Merowinger, wo der Droste alsHausmeier regierte. Auch die Aebtissinnen mussten sich derDrosten erwehren; so war es zu Anfang des 13. Jahrhundertsin Herford und Bödecken 2 ).

Einige von diesen Klöstern lassen sich später als frei-ständisch erweisen: Meschede 8 ) Avofür der Nachweis er-

J ) Cfr. Erhard, Cod. dipl. Nr. 199 u. 200 (IL S. 5 u. 6) und VitaM. G. SS. 12, S. 519, 22.

2 ) Westf. ÜB. 4 Nr. 15 u. 72. In Bödecken kaufte die Aebtissindas Amt für Geld zurück, und der Droste musste sich verpflichten, seinAmt nur dreimal im Jahre im Stifte zu verwalten. Die Herforder Aeb-tissin wollte, so schwer sie durch den Drosten bedrängt wurde, so weitnicht gehen;cum non conpeteret nostre dignitati dapiferatum penitus

3 ) Vgl. den Nachweis von Köster in Zeitschr. f. vaterl. Gesch. u.Altertumskunde (Westf.) 67 (1910), 1, S. 5762. 1310 heisst es urkundlich :