164 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Osnabrück. Die Verarbeitung gescbab nun in der Weise, dassfür jedes ältere Kloster und Stift das Vorbandensein oder dasFehlen einer Ministerialrat festgestellt wurde, indem ich dasgesamte Material durcbsab. Den Einzelnachweis gebe ich ineinem Exkurse*), wo ich die einzelnen Anstalten nach demGründungsjahre anführe.
Vor dem Jahre 1000 sind 28 Genossenschaften entstanden— bei dreien ist das Quellenmaterial so gering, dass wir sieausscheiden müssen: Visbeck, Meppen und Oedingen. Vonden verbleibenden 25 haben 23 Ministerialen, zwei nicht: dasAlexanderstift in Wildeshausen (gegründet 851—855) und dasKanonikerstift St.Patroklus in Soest (gegründet um 964). Vonden verbleibenden 23 haben zehn mehr als ein Hofamt, undzwar findet sich die Vierzahl bei allen drei Bistümern, bei demKloster Corvey und bei den Kanonissenstiftern Herford undMeschede, eine Dreizahl bei Bödecken, Gesecke und Metelen,wenigstens zwei sind bei Freckenhorst, Vreden und N"euenheerseerweislich. Wenigstens einen Drosten hatte das Domkapitel vonMünster, einen Spender (dispensator) Herzebrock. Bei denKanonissenstiftern Nottuln, Liesborn, Herdecke und Borghorstist das Material so dürftig, dass wir nicht behaupten dürfen, dieDienstmannschaft habe keinen überragenden Beamten gehabt.Der Dompropst von Paderborn, der von Osnabrück, die Nonnenund Kanoniker von Schildesche, die Kanoniker von Enger unddie Mönche von Heimarshausen dürften sich mit einigen Dienst-mannen begnügt haben.
Im 11. Jahrhundert kamen 11 Anstalten hinzu. Dienst-mannen haben sich in grösserer Anzahl nur in Abdinghof undUeberwasser nachweisen lassen; ersteres hatte einen Drosten,letzteres Kämmerer und Offizial; für St. Johann in Osnabrückund das Benediktinerkloster Iburg haben wir nur einen all-gemeinen Hinweis. Ministerialen fehlen bei den Kanonikernvon St. Mauritz bei Münster, beim alten Dome in Münster
') Exkurs XIV.