Zwölftes Kapitel.
Die Klosterministerialität in Westfalen, in demöstlichen Sachsen und in Thüringen.
Freiheitliche Frauenstifter Meschede, Neuenheerse, Quedlinburg,Grandersheim, Gernrode und Kaufungen.
Die Antwort, die wir uns bisher auf die Frage gebenkonnten: Seit wann vermeiden die Klöster eine Ministerialität?,hängt doch viel zu sehr von örtlichen Verhältnissen ab, alsdass sie dauernd zu befriedigen vermöchte. Schwäbische Eigen-tümlichkeiten könnten das bisher gewonnene Bild beeinflussthaben.
Die weitere statistisch-historische Forschung muss sichnach dem Stande der Zugänglichkeit der Quellen richten.Jeder Statistiker wird sich, wie ich es jetzt tue, die Fragevorlegen: Wo arbeitest du am sichersten? Sehr gern hätte ichauch fränkisches Gebiet berücksichtigt von Bamberg bis Mainz,von Württemberg bis Nassau, allein in diesem staatlich nochheute sehr zersplitterten Gebiete wäre nicht durchzukommen.Weit besser steht es um bestimmte Teile Sachsens.
Westfalen im heutigen Sinne hat seine Urkunden bis 1300in dem grossen westfälischen Urkundenbuche vorliegen; ichlasse aber das Bistum Minden beiseite, da es mir allzuweit inGebiete hineinragt, die mir stets ferngelegen haben; dafür aberziehe ich das Bistum Osnabrück heran, für das ein besonderesUrkundenbuch geschaffen worden ist. Die erste Studie um-fasst also den sächsischen Anteil des Erzbistums Köln, dieBistümer Münster und Paderborn, soweit sie innerhalb derheutigen Provinz Westfalen liegen, und den alten Bezirk von