162 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
der aber war der Nachkomme königlicher Dienstmannen *). Dervornehme Bruno, vielleicht aus dem Hause der Württemberger,wurde Abt im Mutterkloster; er war ein milder, ängstlicherHerr, schwächlichen Körpers, der andere Leute die Geschäftebesorgen Hess 2 ). Mit dem 12. Jahrhundert war die Zeit ge-kommen, in der die Dienstmannen als Laien wie als Bischöfeetwas bedeuten sollten, zuerst aber finden wir sie an der Spitzevon mächtigen Klöstern und Klostergruppen. Das ist die Be-deutung Dietgers.
*) „Nee latuit regem, Theogerum ex eius ministerialibus oriundum."Vita c. 20 (M. G. SS. 12, S. 458, 28). Wie wenig Dietger auf GeburtRücksicht nahm, beweist die Stelle: „Ille ergo . . . plures virgines tarnnobilis quam medii et infimi generis, quas e diversis provineiis con-gregarat, in turbas congregationesque divisit", 12, S. 459, 51. Für alleseine Klöster verlangte er völlige persönliche Armut.
2 ) Cod. Hirsaug. cap. 6.