154 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
die Dinge nicht anders. Hier haben wir in den „Acta Mu-rensia" so genaue Aufzeichnungen über den wirtschaftlichenBetrieb, dass in ihnen Ministerialen erwähnt sein müssten,wenn es welche gegeben hätte; aber das ist nicht der Fall x ).Ebensowenig kann ich ihre Spuren in Urkunden finden, wieauch der fleissige neuere Darsteller der Klostergeschichte,P. Martin Kiem nichts von ihnen weiss 2 ). Den Eintrittvon Zinsleuten ins Kloster erwähnen die „Acta Murensia"direkt 3 ).
Doch ich will diese ermüdenden Studien nicht ins End-lose fortsetzen. Es wird wohl völlig genügend sein, dass ich,nachdem wir von Hirsau ausgegangen sind, nun noch die beidenanderen führenden Klöster der Reform untersuche: Schaff hausenund St. Blasien.
Bei Allerheiligen in Schaff hausen 4 ) hat es die For-schung sehr bequem. Baumann hat im dritten Bande derQuellen zur Schweizer Geschichte 72 Urkunden bis 1167, denGrüterbeschrieb von etwa 1150 und die älteren geschichtlichenAufzeichnungen veröffentlicht; daran schliesst sich das Ur-kundenregister für den Kanton Schaff hausen 5 ) und endlich
ZG. Oberrh. N. F. 23, S. 387-420, 24, S. 144—161; Bloch, ZG. Oberrh.N. F. 23, S. 640—681. Dann Brackmanns Fehlschlag Nachr. d. Ge-sellsch. d. "Wissenschaften zu Göttingen. Phil.-hist. Klasse 1904, S. 477 ff.
') Acta Murensia herausg. von P. Martin Kiem in Quellen zurGeschichte Bd. 3, dort auch die Urkunden. Der Eigentümer entliessMuri aus seiner Gewalt, er gab den „servi ecclesie" auf ihren Wunschdas Recht der Luzerner Kirche, diese aber kannte, soviel ich weiss,keine Dienstmannen.
2 ) P. Kiem, Geschichte der Benediktinerabtei Muri-Gries. Stans1. Bd. 1888, 2. Bd. 1891.
8 ) S. 71: „et de ipsis censariis quidam, id est . . ., qui huc contu-lerunt predia sua et habitaverunt nobiscum."
4 ) Geber die Gründung und Reform vgl. zuletzt Hirsch, Mitt. d.Inst. f. österr. Geschichtsf. Erg.-Bd. 7, S. 517 ff.
5 ) Herausgegeben vom Staatsarchiv. I. Bd. S. 987—1469. Schaff-hausen 1906.