Hirsau, St. Blasien u. s. w. und die Ministerialrat.
mung, die auf einen möglichst ausgebildeten weltlichen Dienst-mannenstand gedeutet werden könnte: „Ministris quoque etfamilie sanctuarie eandem concedit legem et servitutem quamcetere in regno nostro libere abbatic habent, ut tanto fide-liores prelatis suis per omnia serviant." Aber in den Bestim-mungen über den Abt wird verboten, dass er irgend welchenPersonen Lehen gebe, es sei denn den notwendigen Dienerndes Klosters. „Nisi necessariis monasterii ipsius servitoribus."Also, wenn wir in den ministri und servitores Ministerialensehen, was später zu prüfen ist, so hat Wilhelm noch nichtdas Lehen und die Ministerialität völlig ausgeschlossen, aberer will die Zahl möglichst einschränken. Erst als der Zustromälterer Laien gewaltig wurde, war es ihm möglich, die Dienst-mannen durch religiös gebundene Männer zu ersetzen. Dasgeschah gleichzeitig auch in Schaffhausen und Sankt Blasien.Zu 1083 schreibt Bernold: „Zu jener Zeit blühten im deutschenReiche in hervorragender Weise drei Klöster mit ihren Zellen,die sich an die Strenge der Regel hielten; nämlich St. Blasienim Schwarzwald, St. Aurelien, Hirsau genannt, und St. Sal-vator, das Schaffhausen, Haus der Schiffe, genannt wird. Zuihnen flüchtete in kurzer Zeit eine wunderbare Menge vonedeln und klugen Leuten, welche die Waffen niederlegten unddie evangelische Vollendung unter der Zucht der Regel er-strebten; ihre Zahl war so gross, dass, da es sonst an Raumgefehlt hätte, die Gebäude vergrössert werden mussten. Indiesen Klöstern wurden nicht einmal die äusseren Aemter(exteriora officia) durch weltliche Leute, sondern durch Reli-giösen, durch Brüder verwaltet. Und je vornehmer sie imLeben gewesen waren, um so mehr wünschten sie bei möglichstverächtlichen Aemtern beschäftigt zu werden, so dass sie, dieeinst in der Welt Grafen und Markgrafen gewesen waren, jetztin der Küche oder in der Bäckerei den Brüdern zu dienenoder ihre Schweine auf dem Felde zu weiden zur grösstenWonne sich rechneten. Dort sind nämlich auch die Schweine-und Kuhhirten, abgesehen von der Kleidung, dasselbe, was die
Schulte, Adel u. deutsche Kirche im Mittelalter. 10