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[Hauptbd.] (1910)
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136
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136 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

müia sine iusta sociorum suorum deliberatione dampnet [velaliqua iniuria] coherceat [offen dat. Qui militares vel alio no-mine ministeriales optimo iure perfruantur, quo Fuldenses etAugenses pociuntur]. Amplius nullum domus servientem sineconsensu abbatis ad iudicium vel ad dampnum cogat (i. e. ad-vocatus)."

Was in eckigen Klammern steht, ist der OttobeurenerUrkunde gegenüber der Kemptener Fälschung M. 158, dieLechner, Mühlbacher und Brandi mit Recht als die Vorlageansehen, eigentümlich x ).

Auch die Urkunde Kaiser Lothars, die angezweifelt wor-den ist, enthält Bestimmungen zu Grünsten der Ministerialität,welche sich zum Teil wörtlich mit den eben erwähnten decken:,, (Advocatus) nee aliquos de familia eiusdem cenobii sive mi-nisteriales sive servos sine iusta deliberacione suorum conso-ciorum damnet vel aliqua iniuria offendat. Qui tarnen mini-steriales optimo, quo fruuntur Fuldenses et Augenses, iurepotiantur, et ut in omnibus abbati promptiores existant etfideliores, ab omni eos regie servitutis debito absolutes essevolumus ..."

Das Stück halte ich. mit Lechner für eine Fälschung,während die Mantelurkunde, die Bestätigung durch KaiserFriedrich I. von 1171, sicher echt ist 2 ). Sie befreit die Mi-nisterialen und Leute von der Reichsheerfahrt sowie von derHeersteuer und verpflichtet das Kloster, an der Gewohnheitder Hirsauer und dem Entschlüsse des heiligen Abtes Ruodbertfestzuhalten.

Noch einmal nahm ein Ottobeurener die Fälschungen auf;

') Lechner S. 100 weist nach, dass diese Bestimmungen über dieDienstmannen einer älteren Form der Fälschung angehören, die vor 1145entstand.

2 ) Stumpf 4124. Mon. Boica 29, 1, p. 399 f. In der Ansicht,dass Stumpf 4124 echt sei, stimmen Lechner, Ficker, Brandi,Schum und Scheffer-Boichorst, Zur Geschichte des 12. u. 13. Jahr-hunderts S. 4955 überein.