Ottenbeuren.
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immerhin die Möglichkeit, dass auch Ottenbeuren einst frei-ständisch war. Die Hirsauer konnten aber die Ministerialitätnicht mehr beseitigen, der Konvent war bald vorwiegend ausden Dienstmannen des eigenen Klosters zusammengesetzt : )und diese Hessen, was dem Geiste der Hirsauer völlig wider-sprach, ihre Verwandten gar zur Abtwahl zu (1193)!
So finden wir es begreiflich, dass während, wie später zuzeigen sein wird, die freiherrlichen Klöster in den Fälschungensich bemühen, ihre Ministerialen einzuschränken, die Otten-beurener Fälscher die Ministerialen erheben; beiden Gruppenist es natürlich gemeinsam, den Anspruch des Reiches an dieDienstmannschaft möglichst einzuschränken.
In einer ausgezeichneten Studie 2 ) hat Lechner aus formalenGründen die Ottenbeurener Fälschungen nicht den ReichenauerMassenfälschern zugewiesen; jetzt kann man auch die verschie-dene Stellung zur Ministerialität in diesem Sinne verwenden.Zuerst M. 132 (angebliches Diplom Karls des Grossen): „Ut nulliliceat . . . predicto abbati aut hominibus ipsius monasterii tarningenuis quam servientibus . . . inquietare aut calumniamfacere . . . ac si alique cause adversus eum aut ho min esipsius monasterii surrexerint. . . . Nulluni de [militari] fa-
abstulit monaehorum prebendas, quas usque tunc iniuste possederant."M. G. SS. 23, p. 616, 35.
1 ) Ausser den Angaben der Chronik kommen die Notizen in denNekrologien in Frage. Im ältesten Bestand finden sich 3 Namen (1 Dienst-mann der Grafen von Montfort, 1 von St. Gallen, dann Berchtold vonSchwendi), von 1180—1228: 6 (eine Edle Luogart von Beuren, 2 Otten-beurener Dienstmannen: Reute und Stephansried, 1 von St. Gallen,1 Dienstmann unbekannter Herrschaft: Dachsberg und 1 von Kempten:Rauns), aus dem übrigen 13. Jahrhundert 10 (davon 2 Ottenbeuren:Hawangen und Seebach, 3 St. Gallen: Prasberg und Schönenstein,1 Ronsberg: Ronsberg, dann zum niederen Adel gehörig: Zang, Sulmen-tingen und Swincrist). "Wie man sieht, ein ministerialischer Konvent, indem der Chronik nach aber auch Bürger und freie Bauern vertretenwaren. Vgl. auch Baumann 1, S. 361.
2 ) Schwäbische Urkundenfälschungen. Mitteil. d. Inst. f. österr.Geschichtsf. Bd. 21.
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