Entwicklung in St. Gallen.
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nahm er zu sich und erzog sie strenge, die vor ihm zuweilennackt (ungerüstet) ,Tafel' spielten, aber auch die Zucht derJagdvögel und anderes, was freigeborene Art zu pflegen ziemt— quibus libertatis indoles exerceri decet —, wurde gelehrt.Hatten sie sich verfehlt, so bekamen sie Schläge, einigen je-doch schenkte er ihrem Alter entsprechend bei der EntlassungWehrstücke und Gaben" 1 ). Auch zu Botendiensten wurdendie milites verwendet.
Diese Stelle lehrt uns, dass vor der Bestallung der mini-sterialischen Hofämter diese Verrichtungen an dem Hofe mäch-tiger Prälaten von Freigeborenen geübt wurden.
Sehen wir uns nun die vielbenutzte Stelle über die Meierund Keller an. Es ist Caros Verdienst, gezeigt zu haben, wiedie Verwaltung der Klostergüter aus den Händen der aus derReihe der Mönche stammenden Pröpste in die der Meier undKeller überging.
Die Meier auf den Höfen, über die nunmehr kein Mönchmehr die tägliche Aufsicht führte, erhoben sich zu starkemSelbstgefühl, sie widmeten sich der Jagd und näherten sichritterlicher Lust; den Kellern überliessen sie Hof und Acker.Von der durch Ekkehard bezeugten Unfreiheit dieser Meiernahmen wir den schweren Gegengrund gegen die CaroscheHypothese 2 ).
Als bei dem Einfalle der Sarazenen und bei dem derUngarn die „milites" versagten, erwiesen sich die Glieder der„familia" als brauchbar. Die freigeborenen Adligen sorgtenfür sich, die Glieder der familia aber besiegten bei nächtlichemUeberfalle die Sarazenen und halfen auch gegen die Ungarn 3 ).
') 17, S. 429. Caro hat die Worte libertatis indoles ganz über-sehen. Aber auch ohne das dürften die Worte nur auf Freie ange-wandt werden; denn nur sie hatten damals Lehen.
2 ) Siehe oben S. 14 f.
3 ) Vgl. M. G. SS. 2, S. 81, 26; 82, 11; 104, 34ff., 42; 105, 8; 113, 10;142, 5 über die von Ekkehard gemachten Unterschiede zwischen fratres,milites und familia (famuli). Ueber die Sarazenen vgl. c. 128.
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