124 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Ekkehard kennt das Wort „ministerialis" nicht, wohl aberden Ausdruck „minister", er nennt in einem Zuge: „ministriet milites, principes etiam terrae," wie sie am Hofe der Her-zogin Haduwig erscheinen 1 ). Das Wort „miles" verwendeterin dem Sinne eines rittermässig lebenden Mannes, und ich fandkeine Stelle, an der nicht das Wort einen freigeborenen Mannbezeichnen könnte. Es steht im direkten Gegensatz zu der„familia", und sehr bezeichnend ist die Stelle, die über dieGefangennahme des Mönches Viktor auf Befehl des Abtes Cralohhandelt: „Mittit ille secrecius ad militem suum quendam viaeeius contiguum, ut eum custodiret claustroque suo invitum re-duceret. Nemo enim de familia Galli tanti generis viro viminferre auderet" 2 ). Es ist hier deutlich, dass der Miles freierGeburt war, die familia aber aus Unfreien bestand. Ein anderesMal wird der Bruder des Abtes Ruodmann von der Reichenauals miles bezeichnet 3 ), und auch an der Stelle, wo von derKlausur die Rede ist, die niemand betreten durfte, gehören zuden ausgeschlossenen auch die „loci quoque milites", die ministribetraten ja selbstverständlich die Klausur 4 ).
Diese milites haben nun dem Abte auch im KlosterDienste getan, und zwar solche, die später von Dienstmannengeleistet wurden. Vom Abte Notker heisst es: „Da er sichals ein solcher im Innern des Klosters erwiesen hatte, war erallerdings den Laien, sowohl den Kriegern wie den Dienst-leuten (et militibus et famulis), ein weit anderer. Die Kriegerzwar pflegte er, wann er freie Zeit hatte, um für sich ohnedie Brüder zu sein, innerhalb und draussen wochenweise alsdie Truchsessen und Schenken seiner Tafel zu verwenden undin geordneter Weise sich von ihnen bedienen zu lassen. DieSöhne von einigen aber, die die Lehen der Väter haben sollten,
') Mitt. 16, S. 329.
2 ) Mitt. 16, S. 271. Der „miles" hat eine „domus propria" undeinen „armiger" und anderes Gefolge.
3 ) Ebda. S. 341. Vgl. auch S. 383.") Ebda. S. 431.
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