Versuchte Eeformen.
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war eine Zeit lang Reichskanzler, zugleich hatte er Beziehungenzur päpstlichen Kurie 1 ).
Der Zustand in den beiden Stiftern gefiel ihm nicht, undgegen sie vorzugehen hatte er darin eine Handhabe, dass dieKlöster zwar nachweislich früher auf die Regel des hl. Bene-dikt verpflichtet waren, aber tatsächlich sie nicht beachteten.Die Stifter, die diesen Zustand retten wollten, wandten sichan die Kurie, und diese bestätigte ihnen erst alle Besitzungen:„nee non antiquas et rationabiles monasterii vestri consuetu-dines hactenus observatas," zwei Monate später aber wurdeoffenbar unter bischöflichem Einflüsse diese Formel in neuenSchutzbriefen fortgelassen und in der Salutatio ausdrücklich:„ordinis saneti Benedicti" hinzugefügt 2 ). Nach Verlauf vonein paar Jahren wandten sich die Stifter an den Metropoliten,an den streitbaren, stramm staufisch gesinnten Erzbischof Eber-hard von Salzburg. Dieser aus der Schweiz stammende Frei-herr v. Regensberg kannte zweifellos die ähnlichen Zuständein Zürich und Säckingen, und er bestätigte nun die vom Diö-zesanbischof bestrittenen alten Gebräuche (Essen von Fleisch,Gebrauch von Betten und Eigenart der Kleidung) 3 ). Der Kon-flikt ist also derselbe, der sich damals in Frankreich oft ab-spielte : der Diözesanbischof will die Stifter in Klöster umwan-deln, und diese wehren sich dagegen. Die grossen politischenParteigegensätze brauchen dabei keine Rolle zu spielen i ). Sieg-
') Zum Folgenden ist zu vgl. Schönbach, Ueber Leben, Bildungund Persönlichkeit Bertholds von Regensburg. Sitzungsber. d. phil.-hist.Klasse d. Wiener Akad. 154. Bd. (1907), vor allem S. 5—10, wo zumersten Male das gleich zu erwähnende Gutachten gedruckt ist. Von dersicheren Art Schönbachs weicht weit ab Fr. Wilhelm, Der Mino-ritenpater Bertold von Regensburg und die Fälschungen in den beidenReichsabteien Ober- und Niedermünster in Braune, Beiträge z. Gesch.d. deutsch. Sprache u. Literatur 34, S. 143—176 (1908).
2 ) Nachgewiesen von Wilhelm S. ISO—153, dort auch die Ur-kunden.
3 ) Abdruck bei Wilhelm S. 155.
4 ) Wilhelm treibt diese politischen Gegensätze auf die Spitze.