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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Augustin unterworfen 1 ); eins von ihnen, Andenne, das sichdarauf gesteift hatte, nur edelgeborene Töchter aufzunehmen,musste sich sagen lassen:Gott seien die Opfer der Unedelnebenso lieb wie die der Edeln", und ein Dominikaner undFranziskaner erhielten den Auftrag, wenn eine solche Einrich-tung sich vorfinde, sie abzuschaffen 2 ).

Wir sahen also, dass die kirchliche Gesetzgebung es ver-mieden sehen wollte, dass Personen unfreien Standes ohne dieGenehmigung ihres Leibesherrn in den Weltklerus gelangtenoder auch in die Klöster aufgenommen wurden, wiewohl diemassgebende Ordensregel die Gleichstellung des einmal auf-genommenen Unfreien mit dem Freigeborenen scharf betonte.Doch erklärt sich damit weder der freiherrliche Charakter vonDomkapiteln und Klöstern, die die Gemeinfreien fernhielten,noch die Bevorzugung der Edeln bei der Wahl zu Bischöfenund Aebten und Aebtissinnen! Soweit man heute das über-sehen kann, kennt kein anderes Land eine so scharfe Adels-bevorzugung. Es steht fest, dass aus dem allgemeinen Kirchen-rechte diese deutschen Eigentümlichkeiten nicht hervorgewachsensein können; die rechtlichen Bestimmungen kirchlicher Art,die wir kennen lernten, können nicht der Nährboden gewesensein, auf dem die Tatsachen erwuchsen, die wir beobachteten.

Ein zweites, vielleicht noch schwereres Ideal forderte derheilige Benedikt von seinen Mönchen: die vollständige Armut.Dem mittelalterlichen Bewusstsein mochte es freilich schwererals dem heutigen sein, die Geburtsunterschiede zu übersehen;leichter mochte die bedürfnislosere Zeit allen Besitz preisgeben.Auch hier machte Benedikt wie das Mönchtum Ernst mit denWorten Jesu:Vende omnia bona tua et da pauperibus ettolle crucem tuam et sequere me," Im Kap. 33 seiner Regel

') Für Frankreich erwiesen bei Schäfer, Kanonissenstifter, S. 5 ff.Aehnliche Bestrebungen wohl auch im heutigen Belgien.2 ) Wenzel a.a.O. S. 79.

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