Kapitularien und Konzilien.
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musste, damit keinerlei Unklarheit entstehe, die Freilassungdurch manumissio per cartam seitens des Herrn in Gegen-wart von Klerikern und Laien am Altare vor dem die Weiheerteilenden Bischöfe erfolgen; dabei musste der allgemeinekaiserliche Erlass jedesmal zur Verlesung kommen.
Für die Durchführung dieses Beschlusses wurde, wie wirnoch sehen können, der staatliche und kirchliche Apparatin Bewegung gesetzt. Eine Anzahl der an die Metropolitengerichteten Ausführungsverordnungen sind uns noch er-halten.
Das Wbrmser Konzil von 868 ging noch weiter, indemes die Bestimmungen des ersten Konzils von Orleans (s. oben)erneute x ), während das von Tribur von 895 die öffentlicheVerlesung der Freilassungsurkunde von der Kanzel anordnete;erfolge kein Widerspruch, so könne die Weihe vor sich gehen 2 ).Regino von Prüm fordert, dass die Freilassung der Kleriker,nicht der Priester allein, seitens ihrer Laienherren in der Kirchestattfinde 3 ).
Für das 11. Jahrhundert bestätigt das Dekret BischofBurchards von Worms die Vererbung der römischen und vor-karolingischen Tradition, aber auch die eben erwähnten Be-stimmungen von 818/19 wie die des Konzils von Tribur sind
') Mansi 15, p. 876.
2 ) M. G. Capit. 2, p. 230, c. 29.
s ) Kegino, Libri duo de synodalibus causis ed. "Wasserschiebenlib. 1 cap. 515: „Instituendi sunt praeterea laici, ut seiant, quod nulla-tenus alio loco manumittere proprios possunt servos, quos dominieis castrisaggregari decreverunt, nisi in sacrosancta ecclesia ordine supra notato.Quomodo enim clerici extra ecclesiam libertatem consequi possunt, quia lege mundana extranei sunt, et quibus interdicitur, ne ad seculareiudicium procedant, quomodo seculari iudicio a iugo servitutis absol-vuntur? Sed fortasse dicit aliquis: clericus fieri non permittitur, nisiante susceptum clericatus officium ingenuitatis dignitate potiatur. Reveraverum dicit, et ideo, quod infirmari et vituperari potest, praecaveri debet."c. 416 dehnt diese Pflicht, in der Kirche freizulassen, auch auf die Herrenaus, welche „pro remedio animae suae" einen Eigenhörigen freizulassenbeabsichtigen. '