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[Hauptbd.] (1910)
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Unfreie Bischöfe in Frankreich.

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ders. Dort wurden nur in einzelnen Kirchenprovinzen die bischöf-lichen Stühle vom Könige besetzt, in den anderen Landschaftenverfügten über sie als ihre Eigenkirche die Grossen zu Gunstenvon Verwandten, von Kindern, gegen Geld an andere Aristokraten,hie und da waren Bistümer geradezu Familiendependenzen, ja dieEinkünfte wurden als Wittum an Frauen überwiesen, anderswowaren die Bistümer als Lehen vergeben worden. Die Her-zoge der Normandie gingen mit dem übelsten Beispiele voran,sie behandelten die Bistümer als Apanagen für ihre Kinder.Der Zustand schrie zum Himmel, und gerade von Frankreichging der Ruf nach der Reform aus, die durchdrang J ).

Auch Frankreich hatte seinen Heinrich IL Nur war ernicht der starke Träger eines eigenen Kirchenregimentes.Robert war viel zu sehr von den Lehren der Cluniazenserdurchdrungen, um sich so unabhängig zu benehmen, wie seindeutscher Nachbar. Gleich diesem war er in einer kirchlichenSchule als halber Theologe aufgewachsen, und tief war seinInteresse für die Reform der Kirche. Von ihm sagt RodulfusGlaber, der Mönch von Cluny:Er war ein Freund der Nie-drigen. Wenn irgendwo in seinem Reiche ein Bischofsitz freiwurde, dann war seine erste Sorge, einen nützlichen Hirtenfür die Kirche zu finden, wenn er auch der niedrigste seinemStande nach war, das war ihm lieber, als dass ein Vornehmererwählt wurde, der an weltlichem Glänze Freude fand" 2 ).

Daher spottete der Bischof Adalbero von Laon in höhni-schen Versen, von denen zwei genügen:

Praesulis et si forte vacet locus, inthronizenturPastores ovium, nautae, quicumque sit ille 3 ).

') Vgl. LuchaireinLavisse, Histoire de France 2, 2, p. 107121und Stutz, Die Eigenkirche als Element des mittelalterlich-germanischenKirchenrechtes. Berlin 1895, S. 36 ff.

2 ) Bouquet, Recueil des historiens de Gaule (edit. 1874) 10, p. 28.

3 ) Bouquet, Recueil des historiens de Gaule 10, p. 65 v. 43 f.