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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
hl. Bernward in Hildesheim. Godehard sträubte sich, er wärelieber Bischof an seiner heimatlichen Donau geworden: inRegensburg oder Passau. Aber gegen den Kaiser gab eskeinen Widerstand, auch die anderen Bischöfe drangen in denfrommen Mann. Von einer regelrechten Freilassung berichtenuns die Lebensbeschreibungen Godehards nichts, den Kaiserstiess das, wie wir wissen, nicht, und Godehard, erfüllt vondem Eifer für die Regel des hl. Benedikt, kannte ihre Worte :„Non praeponatur ingenuus ex servitio convertenti." Für ihngab es keine Tradition der Geburt!
Auf Heinrich IL folgten die Tage der Salier, die ebenso.stark in der Kirche herrschten, aber in der Form weit un-sicherer in den Sturm des Investiturstreites hineintrieben.
Während der Herrschaft der Salier kann ich nur eineneinzigen geborenen Dienstmann nachweisen, es ist der vonHeinrich IV. erhobene Bischof Benno II. von Osnabrück, derseinen ausserordentlichen Fähigkeiten eine wunderbare Lauf-bahn verdankte; dieser praktisch und technisch beanlagte, mit-unter modern anmutende Mann war ein treuer, aber vorsichtigerAnhänger des Kaisers 1 ).
Für alle Jahrhunderte des Mittelalters seit Karl demGrossen darf somit wohl als Regel aufgestellt werden: Ful-das bischöfliche Amt wurden in erster Linie Freie, Edle alsgeeignet angesehen. Die Bischofsstühle gehörten dem hohenAdel, erst als in der alten, königlichen, deutschen Landes-kirche der Einfluss der Kapitel gewachsen und dann auch derpäpstliche immer stärker wurde, trat dieses Prinzip, wenn esauch noch immer galt, mehr zurück. Jedenfalls ist der deutscheEpiskopat hocharistokratisch.
Wenn wir einen Blick in das benachbarte Frankreichwerfen dürfen, so war es dort im 10. Jahrhundert nicht an-
') Vita Bennonis (in der von B r e s s 1 a u aufgefundenen Gestalt):„parentes non nobiles quidem, sed tarnen plebeam conditionem trans-gressi." Ueber die Familie Schulte in Schriften d. Ver. f. Gesch. u.Natnrgesch. d. Baar 5, S. 142.