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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Der erste unfrei Geborene war der Erzbischof Ebbo vonReims, ihn erhob Ludwig der Deutsche zum Bischof vonHildesheim aber bevor er diese beiden Aemter erhielt, hatteihm Ludwig der Fromme die Freiheit geschenkt, dafür aberUndank geerntet; denn Thegan wirft dem Bischöfe vor:Fecitte liberum, non nobilem, quod impossibile est. Post libertatemvestitivit te purpura et pallio, tu eum induisti cilicio. Ille tepertraxit inmeritum ad culmen pontificale, tu eum falso iudiciovoluisti expellere a solio patrum suorum" 1 ). Ebbo schickteeinen Verwandten, der zum Bischof geweiht wurde, den Schwedendas Christentum zu predigen, dieser Gozbert erhielt später dasBistum Osnabrück 2 ).

Die anderen Beispiele gruppieren sich um die Person desletzten Kaisers aus liudolfingischem Blute.

Für Heinrich IL den Heiligen ist sein strammes Kirchen-regiment charakteristisch. Er betrachtete die Bischöfe alsBeamte des Reiches, er wollte sie von sich völlig abhängigmachen und so war er bei der Auswahl ebenso vorsichtig wieeigenmächtig. Das Wahlrecht der Kapitel war für ihn nichtvorhanden und er ernannte nach seinem Gutdünken. Derdeutsche Bischof war ja seit den Ottonen auch ein Trägerder staatlichen Verwaltung, und ihn vom Herrscher abhängigzu erhalten war allerdings eine Voraussetzung für den Nutzenim kaiserlichen Sinne. Er behandelte ganz konsequent diebischöfliche Würde als ein vom Könige zu verleihendes Amtund er wollte nicht, dass darüber irgend ein Zweifel bestehe.Seiner Stiftung Bamberg verlieh er alle möglichen Privilegien,nur das Wahlrecht gab er ihm nicht. Einem so ernsten undgewissenhaften Fürsten, wie der letzte Liudolfinger es war, lages dabei auch am Herzen, nur wirklich tüchtige und fromme,auch für das geistliche Amt befähigte Männer auszuwählen 3 ).

') Thegani Vita Hlud. c. 44 (SS. 2. 599).

2 ) Vita Anskarii auct. Eimberto cap. 14 bezeugt die Verwandtschaft.

3 ) Mehr kann ich Tomek, Studien zur Eeform der deutschenKlöster im 11. Jahrhundert, der die Kirchenpolitik Heinrichs II. fast

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