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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

zwar noch die ganze Kirchenprovinz von Salzburg, dann Ham-burg-Bremen und das ganze System der auf Kolonialbodenerrichteten Bistümer, wie die drei meist französisch sprechen-den Suffraganbistümer von Trier, ausserdem noch Basel,Lausanne und Sitten. Jedenfalls können wir den Kern derdeutschen Kirche überblicken.

Beginnen wir mit den Erzbischöfen von Mainz, Trier, Kölnund Magdeburg und scheiden wir dabei das 9. Jahrhundertaus. Auch bis in das 12. Jahrhundert hinein bleiben uns nocheinige Bischöfe ihrem Geburtsstande nach unklar. Währendder ganzen sechs Jahrhunderte von 900 bis 1500 sind nach-weislich 134 Erzbischöfe edelfreier Geburt gewesen, bei 9 trifftdas vermutlich zu, 10 gehören dem ministerialischen Adel an,4 waren bürgerlich und bei 9 (dem 10., 11. und 12. Jahr-hundert angehörigen) kann man eine gegründete Vermutungnicht aussprechen. Zusammen 166 Erzbischöfe.

Die Sage lässt einen der berühmtesten Erzbischöfe desMittelalters, Willigis (9751011), Sohn eines Wagners ge-wesen sein, er habe das Kad ins Mainzer Wappen gebracht.Durch die Untersuchung von Simon wissen wir nun, dass imOffizium dieses Heiligen der ursprüngliche Wortlaut:nobi-lis prosapia" durch Rasur und Korrektur von drei Buchstabeninbumilis prosapia" verwandelt wurde. Die Legende setztesich im 13. Jahrhundert an. Dann galt Arnold von Selenhofen(115361) als ein Mainzer Ministeriale; auch das ist ein Irr-tum, der erste Ministeriale kam in der Person Christians ILvon Weissenau 1259 auf den Mainzer Erzstuhl, ihm war inMagdeburg Rudolf von Dingelstedt 1253 voraufgegangen, inTrier folgte 1362 der Reichs minister! ale Kuno von Falkenstein rwährend in Köln derselbe vom Papste, dann auch vom Kapitelzum Administrator bestellt wurde, ohne jedoch Erzbischof zuwerden*). Köln hat während des Mittelalters keinen Erz-

') Ueber Willigis vgl. Simon, S. 9, über Arnold (von Selenhofen)ebda. S. 12. In Magdeburg war nach Schäfer S. 38 f. schon der Erz-bischof Ludolf (11921205) niederer Herkunft, er sei der Sohn eines