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[Hauptbd.] (1910)
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Die Standesverhältnisse der deutschen Bischöfe.

Seit Jahrzehnten sind die deutschen Bischofswahlen einsehr beliebter Gegenstand der Studien gewesen; aber über einesehr wesentliche Frage huschte man hinweg, und doch ist sievon ganz hervorragender Bedeutung. Wen erhoben denn diedeutschen Domkapitel, seitdem ihnen die Wahl zugefallen war,und wen pflegten sich vorher die deutschen Könige auszu-suchen? Den besten unter den Diözesangeistlichen? Odernahmen sie Rücksicht auf theologische Schulung, oder aufweltliche Verwaltungskunst, oder endlich spielte der Geburts-stand dabei eine Rolle?

Heute ist darauf eine Antwort möglich, seitdem auf meineVeranlassung Johannes Simon den Geburtsstand der Bischöfeder grössten deutschen Kirchenprovinz, der Mainzer, und Wil-helm Pelster den der Kölner Kirchenprovinz untersucht haben*)und zwei Greifswalder Dissertationen die entsprechenden Fragenauch bei den Erzbischöfen von Magdeburg und Trier be-antworteten 2 ). Zu einem vollen, sicheren Ueberblick fehlt

J ) Johannes Simon, Stand u. Herkunft der Bischöfe der MainzerKirchenprovinz im Mittelalter. Weimar 1908. Wilhelm Pelster, Standund Herkunft der Bischöfe der Kölner Kirchenprovinz im Mittelalter,Weimar 1909. Eine Untersuchung über die Trierer Suffragane ist inArbeit.

2 ) Johannes Schäfer, Personal- und Amtsdaten der Magde-burger Erzbischöfe (9681503). Greifswalder Dissertation 1908. KurtLöhn er t, Personal- und Amtsdaten der Trierer Erzbischöfe des 10. bis15. Jahrhunderts. Greifswalder Dissertation 1908.