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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
In Nottuln hebt die Aebtissinnenreihe mit Heriburgis,einer Verwandten des aus hohem friesischen Geschlechte stam-menden heiligen Liudger, an. In der Liste, die Darpe gibt,erscheint 1428 eine Richarda von Merode 1 ), 1482—1504 Annavon Doerswiler, Tochter von Criechingen. Erstere Familiewurde bald in den Preiherrnstand erhoben 2 ), letztere waredelfrei. Definitiv wurde hier die Tradition verlassen, als imJahre 1588 eine Droste-Senden erkoren wurde.
In Metelen ist die Liste recht unvollkommen, auch hiertaucht 1433 jene Richarda von Merode auf, der wir bei Nottulnbegegneten. Aus älterer Zeit muss ich aber noch eine vonFink nicht benutzte Stelle erwähnen. Wie passt es in diesenCharakter der münsterländischen Stifte, wenn es in einer Ur-kunde von 1193 heisst: „domina Voda venerabilis in Meteionabbatissa, non minus ecclesiastice religionis quam et mundaneingenuitatis titulo spectabilis et decora" 3 ). Im Liebfrauen-stift zu Ueberwasser macht nur ein Siegel Schwierigkeiten:das Wappenbild der Aebtissin Adela (1281—1302): Glevenfinden sich bei den Korff, aber bei ihnen allein, nicht vielleichtbei einem Edelherrengeschlechte ? 1460 beginnt mit Richmodisvon Horst eine längere Reihe Aebtissinnen aus niederem Adel.
Haben wir also in diesen Stiftern ziemlich gleichartigeVerhältnisse, so sind die jüngeren Stifter von ihnen in manchemunterschieden: Es sind Sa. Margareta in Asbeck, 1151 durchBischof Wernher begründet, St. Johannes Baptista in Langen-horst, das 1178 der Domdechant Franko, ein Edler von Wett-ringen, stiftete, und Hohenholte, das Ministerialen seinenUrsprung verdankt (1142). Keines hat meines Wissens Mini-sterialen besessen, in allen dreien finden wir niederen Adelim Konvente, und auch das Prinzip, eine freiadlige Dame andie Spitze zu stellen, war hier unbekannt. Noch 1660 machte
' ') Darpe, Codex traditionum "Westfalicarum, Bd. VI, EinleitungS. 238 führt keine Quelle an, bei Fink fehlt der Name.
2 ) Vgl. oben S. 39. 41.
3 ) Erhard, Regesta 2 Nr. 534, dort auch Ministerialen.
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