Fünftes Kapitel.
Untersuchungen über die Zeiten vor demAufkommen der Greschlechtsnamen.
Nord-westfälische Stifter und Klöster mit freiherrlieher Spitze.
Herford.
Es gilt also, die Untersuchungen in die Zeit vor der Ein-führung von Geschlechtsnamen zu verlegen, wo uns diesersicherste Beweis nichts mehr hilft. Es schien mir da not-wendig, an mehreren Stellen den Spaten einzusetzen, irgendwomusste sich doch der Schlüssel finden.
Zunächst unterzog sich Georg Fink der Aufgabe, diesächsischen Klöster und Stifter zu untersuchen; mit Rücksichtauf den Stand der Urkundenveröffentlichung wurde dieses weiteGebiet auf den heute zur Provinz Westfalen gehörigen Teildes alten Bistums Münster eingeschränkt und dazu aus dem Bis-tume Minden das alte Frauenstift Herford genommen, wo dasQuellenmaterial einigermassen reicher ist 1 ). Für fast alle dieserAnstalten gilt dasselbe: die Nachrichten über die Gründungs-zeit sind weit reichhaltiger als für die folgende Zeit bis 1250,die jüngeren Quellen gestatten aber wichtige Rückschlüsse.
Die westfälischen Mädchen, die in ein Stift eintretenwollten, hatten eine ausserordentlich grosse Auswahl: um 1050boten sich ihnen acht Stifter und Klöster innerhalb unseres Be-
') Standesverhältnisse in Frauenklöstern und Stiftern der DiözeseMünster und Stift Herford. Bonner Dissertation 1907, auch in Zeitschriftfür vaterländ. Geschichte und Altertumskunde Westfalens 65, 1, S. 129bis 210.
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