Niedergang des freien Adels.
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In Westfalen schmilzt der freiherrliche Adel in folgenderWeise nach den Jahrhundertmitten: 121, 54, 20, 11, 9, oderin Prozenten des je vorhergehenden Bestandes belauft sich derVerlust auf 55,4, 63, 45, 18°/o. Der westfälische freiherrlicheAdel hat also gegenüber dem badischen etwas mehr Lebens-kraft. Aber auch hier ist der Niedergang rapide.
Für unser Thema ergibt sich als Schluss: Es ist platter-dings undenkbar, dass ein seit 1100 bezw. 1150 in fortdauerndschnellem Niedergange befindlicher Geburtsstand die Konventeund Kapitel durch Ausschluss aller anderen Elemente für sichgewinnen konnte. Es wird uns jetzt verständlich, dass wirniemals volle Konvente in diesen freiherrlichen Anstalten ge-funden haben, dass die Domkapitel von Strassburg und Kölnvon vornherein ausserhalb der Heimatdiözese ihre Rekrutensich verschaffen mussten.
Mit anderen Worten, wir werden in frühere Jahrhunderteden Ursprung der Exklusivität verlegen müssen.
lieh der heutigen v. Ascheberg und Padberg äussern mir aber genaueKenner der westfälischen Geschichte Bedenken über ihre Zugehörigkeitzu den alten edelfreien Geschlechtern. Die Padberg würde man wohlbesser ganz absetzen. Auch bei den Rhemen ist volle Sicherheit nichtvorhanden, diese findet sich nur bei den von Heiden.