Entwicklung des freien Adels in Baden.
47
Meine Untersuchung machte das Topographische Lexikonzur Grundlage. Ich stellte daraus alle als „nobiles" oder inder älteren Zeit auch als „liberi" bezeichneten Geschlechterzusammen und ordnete sie nach dem Zeitpunkte des Ver-schwindens als edelfreies Geschlecht. Bei denjenigen Familien,die in den niederen Adel übergingen, sich entfreiten oder garins Bürgertum übertraten, gab ich auch mit anderen Zeichendas wirkliche Aussterben oder Verschwinden an. Es ist selbst-verständlich, dass sich Fehler genug ergeben müssen: einherabgekommener Freiherr mochte irgendwo vielleicht in weiterFerne eine neue Familie begründen; da das nicht zu beobachtenist, so erscheint das Blut als erstorben. Aber für unserennächsten Zweck hat das ja auch keine Folgen; denn wir wollennur bestimmen, welche Zahl als edelfrei geltender Geschlechtergleichzeitig in den verschiedenen Jahrhunderten bestand.
In meinem Urmateriale fehlen nach dem Gesagten dieEdelherren, die sich etwa nach einem Beinamen nannten, dochstehen die Esel unter Dürrheim, die Sonnenkalb unter Deggen-hausen, und andere Beinamen sind mir nicht bekannt. Esfehlen ferner solche Geschlechter, die einwanderten, ohne denNamen einer badischen Oertlichkeit anzunehmen. Doch istderen Zahl sicher nicht erheblich.
Es ergibt sich dann folgende Tabelle, deren Einzelbegrün-dung Exkurs II bietet. Ich will aber ausdrücklich darauf hin-weisen, dass bei aller Vorsicht und Ruhe doch das Ergebnisnicht ganz sicher ist, wenn es auch im Grunde zuverlässigsein dürfte.
In der ganzen Zeit ist nur ein Geschlecht (Staufen) in denHochadel aufgenommen worden.
In der Summe von 132 Geschlechtern stecken allerdingsmehrere Linien derselben Familie: die Zähringer und Badenerwaren freilich 1100 schon gespalten, aber es sind auch Ulm-burg und Sausenberg aufgenommen, ebenso die Ramsbergneben den Pfullendorfern, die Diersburg neben den Geroldseck,die Dilsberg neben den Dürn, die Freiburg neben den Fürsten-