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[Hauptbd.] (1910)
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Jüngere Usurpation?

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anwachsender Stand diesen Kampf durchgeführt habe. In deneinzelnen Anstalten hätte der freiherrliche Adel die Mehrheitim Konvente gewinnen müssen, um dann die Exklusion durch-zuführen.

Das erscheint auf den ersten Blick recht möglich.

In dem Konstanzer Domstift waren am Ende des 15. Jahr-hunderts so viele freie Herren, dass, als sich ein Freiherrv. Zimmera meldete, die anderen Dompfaffen vom Adel unddie Doktoren die Furcht beschlich, dass auch am Bodenseegeschehen könne, was in Köln und Strassburg geschehen, dassder hohe Adel alle anderen Elemente ausschliesse 1 ).

Sogar unter den Frauenklöstern, welche den Lehren deshl. Franziskus und der hl. Klara folgten, gab es einige, diesich in kurzer Frist zu adligen Nonnenklöstern selbst mit be-deutendem Hervortreten des edelfreien Elementes entwickelten.larenthal bei Wiesbaden begann unter der Leitung derSchwester König Adolfs. Eine Reihe von Gräfinnen oder Edlen,noch mehr aus dem niederen Adel, dazu Patrizierinnen ausMainz, einige auch aus anderen Städten, bildeten bis zur Re-formationszeit den Konvent; fast sofort scheint sich dieserCharakter entwickelt zu haben 2 ). Ein Frauenkonvent derKlarissen in Mainz, bald in eigentümlichem Gegensatz zu derRegel Reichklarenkloster genannt, war zwar nicht ausschliess-lich adlig, aber zeitweise auf dem Wege dazu 3 ). Wie esin den Strassburger Konventen stand, hat Kothe gezeigt; diePatrizierinnen dominierten in zehn Frauenklöstern, Töchteraus den Zünften kamen überhaupt nicht in Betracht 4 ). Aus

') Ernsthaft war die Gefahr nicht vorhanden, die ZimmernscheChronik übertreibt auch in diesem Falle. 3, S. 26. Es handelt sich umWilhelm v. Zimmern.

2 ) Vgl. Fr. Otto, Das Necrologium von Ciarenthal. Veröffent-lichung d. hist. Kommission für Nassau und 011 o, Ciarenthaler Studienin den Annal. d. Ver. f. nassauische Altertumskunde Bd. 29.

3 ) Das folgt aus den Angaben von Seh rohe, Geschichte des Reich-klaraklosters in Mainz. 1904.

4 ) Kothe a.a.O. S. 49.

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