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[Hauptbd.] (1910)
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Handelt es sich, um eine jüngere Usurpation des

freien Adels? Der Rückgang des freien Adels

seiner Zahl nach.

Die gemeine Vorstellung geht dahin, dass die adligenDomkapitel, Stifter und Klöster, wie sie bis zur Säkularisationin Deutschland bestanden haben, erst nachträglich zum Aus-schlüsse der niederen Stände übergegangen sind. Da nununsere Untersuchungen innerhalb dieser adligen Anstalten eineAnzahl von noch engerer Auswahl ihrer Mitglieder erwiesenhaben, hat sich, wie aus den Rezensionen einzelner Arbeitenergibt, sofort jene Vorstellung auch auf die freiständischenInstitute übertragen. Ist das richtig oder sollten die Anstaltenaus sehr weit zurückliegender Zeit, vielleicht gar von der Grün-dung an, diesen Gebrauch besessen haben? Es ist sofort er-sichtlich, dass damit die Geschichte dieser Institute der deut-schen Kirchengeschichte ein ganz anderes Antlitz aufprägenwürde.

Unsere bisherigen Untersuchungen kamen nach rückwärtsnur hie und da über 1200 hinaus, ergründeten im wesentlichennur spätmittelalterliche Verhältnisse. Wir müssen nun alleWege versuchen, die uns in frühere Jahrhunderte führenkönnten.

Die Annahme, der freiherrliche Adel habe die Stellen inStiftern und Klöstern erst langsam sich erobert, die anderenStände hinausgedrängt und sich ausschliesslichen Anspruch er-worben, hat die Voraussetzung, dass ein an Zahl starker, ja

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