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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Edelfreiheit, und wirklich zogen nun die Töchter in das frei-herrliche Stift Gerresheim (1480) ein. Schmithals hat hervor-zuheben vergessen, dass nach einem Gerresheiiner Evangeliardes 11. Jahrhunderts auch hier die aus ottonischem Blutestammende Essener Aebtissin Theophanu die gleiche Würdebekleidete. Es gibt also keine nachgewiesene Ausnahme vonder Regel edler Geburt.

Die Reformationszeit führte einen weiteren Niedergangherbei. Eine Kanonisse dieses Stiftes, Agnes von Mansfeld,wurde die Geliebte und später die Gattin des Kölner Erz-bischofs Gebhard Truchsess von Waldburg. 1585 zogen adligeKanonissen des Stiftes Neuss in das Stift ein.

Auf die Personalien des vor 987 gegründeten StiftesVilich nahe der Siegmündung acht zu geben, mahnt die Ur-kunde Ottos III., in der als Vorbilder Quedlinburg, Ganders-heim und Essen genannt werden 1 ). Im Jahre 1296 warenim Stifte unter 17 Damen sicher sieben edelfrei: Mechtildisde Blankenberge, Cunegundis de Helpensteyn, Gertrudisde Grifensten, Mathildis de Seyne, Sophia de Wickerode, Nesade Nüwenhare, Loretta de Arnsberg; ausserdem kennen wirnoch zehn der Familie nach, die drei Dignitärinnen nur nachdem Vornamen. Es ist wohl zu beachten, dass der damaligeErzbischof von Köln den Versuch gemacht hatte, die Digni-tärinnen und ausgesucht gerade die edelgeborenen Damen schonbei Lebzeiten der Aebtissin zu bestimmen, die Aebtissinnenwahlunter seinen Einfluss zu bringen. Die Aebtissin war nochlängere Zeit edel, auch gab es noch edelfreie Kanonissinnen.1208 werden noch 26 Kanonissinnen angeführt 2 ). Das Materialreicht zu einem Ergebnis nicht aus, noch weniger bei Diet-kirchen vor Bonn und St. Quirin in Neuss.

liehen Quellen, Richardson, Geschichte der Familie Merode behandeltmeines Erachtens zu Unrecht die Familie als stets freiherrlich, die Ehe-verbindungen sprechen allzu deutlich dagegen.

) 0 III. 32. M. G. Dipl. S. 2, 431 f.

2 ) Staatsarchiv Düsseldorf, Archiv Vilich.