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[Hauptbd.] (1910)
Entstehung
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

hin ganz geringfügigen Zinses" 1 ). Nicht alle Nachkommendieser Tradenten seien Ministerialen geworden, sondern eingrosser Teil seien Bauern geblieben. Er lehnt die Herkunftder Ministerialen von Leuten unfreien Standes ab; doch auchfür ihn ist es über jeden Zweifel erhaben, dass später die Mi-nisterialen für unfrei galten; aber die spätere Auffassung desKechtsverhältnisses beweise nichts für seinen Ursprung unddie Entstehung des Standes 2 ). Es ist hier nicht der Ort, derspäteren St. Gallener Untersuchung vorzugreifen, nur das eineentscheidende Zeugnis will ich hier vorwegnehmen.

Ekkehard 3 ) erzählt uns schon zu den Tagen des AbtesHartmann (922/25) das Emporkommen der Meier, welche anStelle der aus der Reihe der Mönche stammenden Pröpste dieVerwaltung der Klostergüter übernahmen. Der Abt habe sichallein um das gekümmert, was in den Klostermauern vor-ging, und die Pröpste draussen hätten in heiliger Einfalt auchdie strengste Uebung der Zucht im Auge gehabt.Da be-gannen die Meyer, von denen geschrieben steht: ,weil sieSchalke (servi), werden sie üppig, wenn sie nicht die Furchtniederhält', Schilde und geglättete Waffen zu führen; sie hattengelernt den Hörnern andere Töne, als die Bauern es konnten,

: ) Georg Caro, Beiträge zur älteren deutschen Wirtschafts-undVerfaBsungsgeschichte S. 99 in der Abhandlung:Zur Geschichte derGrundherrschaft in der Nordostschweiz". Vgl. jetzt auch Keutgen,DieEntstehung der deutschen Ministerialität" in Vierteljahrsschr. f. Sozial-u. Wirtschaftsgesch. 8 (1910) S. 116; bis jetzt liegt nur die Kritik vonWittich und Caro vor.

2 ) A. a. 0. S. 95. Die Anschauungen Caros hält Fajkmajer,Die Ministerialen des Hochstifts Brixen (Zeitschr. des Ferdinandeums,III. Folge, 52. Heft) auch für Brixen für richtig, jedoch sieht er darinnicht die einzige Quelle der Brixener Ministerialität, diese stammt derHauptsache nach aus dem unfreien Elemente, das aus derfamilia"hervorging; diemilites" seien die Nachfolger jener Tradenten. DasBeispiel mit dem Schwaben Hugpold stimmt nicht, er heiratete eineMinisterialin.

s ) Casus s. Galli cap. 48. Mitteil. z. vaterl. Geschichte (St. Gallen),15/16, S. 176 ff.