Eeichenau.
Hl. Kreuze in Poitiers; jünger ist das Stift von Waldkirch,das erst im 10. Jahrhundert durch die Burkhardinger be-gründet wurde; wie jene an das Reich kamen, so war dieseseinige Zeit im Eigentum des Geschlechtes der Stifter.
Die Reichenau des 14. Jahrhunderts hatte mir die Beob-achtung an die Hand gegeben, dass dort damals nur Söhnevon Grafen und Freiherren im Konvente sassen, und diesenZustand zu erforschen, durchsuchte ich nun alle Urkunden,welche auf den Geburtsstand der Mönche Bezug hatten, undstellte daraus die Liste aller Mönche von 1165 an fest.Zwischen 1184 und 1189 tauchen die fünf ersten Geschlechts-namen auf und alle fünf gehörten zu den Bdelfreien. Imganzen brachte ich die Vornamen von 115 Mönchen zusammen,von 62 kennen wir das Geschlecht, und das lässt sich bei 60auch seiner rechtlichen Stellung nach feststellen, nur für zweiNamen fehlten mir damals und mangeln mir heute jede Nach-weise x ). Da wir für viele Jahre den ganzen Konvent kennen,besteht kein Zweifel, dass es auf der Reichenau in dieser ZeitTradition war, keine anderen Mönche als solche edler Geburtaufzunehmen. Eine Gruppe von Dokumenten, die auf eineReichenauer Supplik zurückgehen, beweisen auch ausdrücklichdiesen Charakter: in monasterio Augie . . semper fuerunt etsunt tantum monachi de illustribus et aliis nobilibus pro-creati 2 ).
a ) Bertholdus de Engilobercli und Heinricus de sancto Ruoberto,beide zum Jahre 1211.
2 ) Der Herzog Leopold von Oesterreich hatte für die Reichenaudie Inkorporation der Pfarrkirche in Ulm erbeten; das päpstliche Man-dat ist uns erhalten wie namentlich die Einzelzeugnisse des DomdechantenJohann von Konstanz, des Abts von Petershausen und des Plebans vonSt. Johann auf der Reichenau und des Dechanten Konrad, 1325 ff.TJlmer ÜB. 2 Nr. 45. 54. 55 u. 59, vgl. Mollwo in Zeitschr. f. Gesch.d. Oberrheins, N. F. 20, S. 577 ff. Auch zwei Stücke (bei Rieder,Römische Quellen z. Konstanz. Bistumsgeschichte) sprechen von dem frei-herrlichen Charakter: 66 (ex sui fundatione non nisi comitum et baronumfilii), 1029 (schon seinerzeit von mir benutzt). — Finke teilte dann